Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 96
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96 KREIS LÖRRACH.

Kirche (H. App. Petri et Pauli; eine Ecclesia in Bammenanch in decanato Fiur-
bach erw. 1275) neu, alt sind aber noch der zweistöckige Thurm und ein Theil des
Chors, Das Thurmgewölbe ist gothisch, der ehemalige Triumphbogen spitzbogig, mit
Sims des 14. Jhs. In der Thurmhalle zwei grosse Sandsteinepitaphien (Relief-
gestalten eines Ritters 1591 und einer Edeldame von Rotberg 1586), gute Arbeiten der
Barockzeit. Ein neueres Epitaph von Rotberg-Bamlach 1819.

Erwähnt wird (GLA. Berain 7431) eine niedere Küche 136S, von der nichts
erhalten ist,

BELLINGEN

Schreibweisen: in Çomitatu Herimanni comitis et in pago Brisergoviae Pallinchoven
1064; Pellinchon n79; Bellinchon 120z u. s. f.

Litteratur: Fecht Amtsbez. Müllh. S, 98.

Prähistorisches'. Fund von zwei Steinbeilen, das eine mit Bohrung, 1896 im Ort.

Kirche (tit. s. Leodegar) erst seit den 1790er Jahren Pfarrei; erw. plebanus in
Bellincon 1265, Basi. ÜB. I 332). Nur der Chor ist alt, spätgothisch (erbaut 1624
nach Pfarrarch.), aus drei Seiten des Achteckes geschlossen, mit einem vorgelegten Joche.
Die hohlprofilirten Gewölberippen entsteigen kurzen, abgesetzten Wandsäulchen; die
spitzbogigen Fenster entbehren des Masswerkes. Zwei ScMusssteinc mit 1HS und 1624.
Auf dem Hochaltar der Kirchenpatron S. Leodegar, auf den Nebenaltären S. Sebastian
und eine Pietà, gute Bilder des 18. Jhs.

Monstranz, geringe Barockarbeit. — Eine Messschüssel mit Kännchen,
gutes Barockwerk des 18. Jhs.

Beachtenswerth ist das im Pfarrhof bewahrte Planbuch von 1796 mit den Wappen
der Herren von Neuburg, von Andlaw u. A.

Herrenhaus der Grafen von Andlaw, die Bellingen seit 1527 als öster-
reichisches Leiten erbalten hatten. Lange vor den Andlaw wird eine edele Familie de
Bellincon, Bellikon erw. seit 1265, Basi. ÜB. L 332; 1303; 1328.

BETBERG

(Gemeinde Seefelden)

Schreibweisen: in pago Brisgowe in Padapere ad a. 789, Cod. Laur. II 523;
Villa Bettebura 1111 f.; Bettburg 1332f.

Litteratur: Fecht Amtsbez. Müllh. S. 218; Martini Diöz. Müllh, I 77 113.

Betberg war ein Priorat von S. Peter, welches bereits 1089 begründet worden sein
soll (vergi, den Art. S. Ilgen).

Alamamtische Plattengräber im Baumgarten von A. Engler entdeckt. (W.)

Krieger 49.

c Pfarrkirche (evang., ehemals der h. Jungfrau gewidmet; das Bild der Patronin,

eine Pietà, kam nach der Reformation in die Kirche zu Heitersheim, s. d. Art.) : ehemals

sub rit. B. M, V. Das Langhaus ist neu, nur der Chor alt. Derselbe ist aus drei Seiten
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