Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 132
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welche oft kaum das Mass derer erreichen,
welche wir heute beim Wohnhausbau ver-
wenden. DasGemauer ist nicht sorgfaltig aus-
geführt, das der Laibungsbogen sogar herz-
lich schlecht. Als Baumaterial wurde alles
verwendet, was gerade zur Hand war, als:
Sandsteinporphyr, Gneis, gelber Flötzsand-
- stein, Backsteinbrocken u. s. w.

An Architekttirtheilen lirici auf der
Süd- und Westseite Fenstergestelle primi-
tivster Form erhalten, welche Fig. 68 wieder-
gibt. Die Gewände und Stürze sind einfach
abgefast.

Die Treppe, welche auf der Nord-
wand auf die höchste Fläche der Ruine
führt, ist neuem Datums und stammt wohl
aus der Zeit, in der man die Burgruinen für
romantisch an teli; i ad ite Gemüther zugäng-
lich und id y] lisch herzurichten suchte.

Die Gräber der Familie von
Neuenfels sind in der Kirche zu Britzingen
(s. S. 99) zu suchen.

Unterhalb Neuenfels vor dem Eich-
wald stand das 'Käpple', ein Bruderhäuschen, die sogen. 'Wolfgangskapelle auf
der Schwärze hei der rothen Grube' (1576 abgebrochen); die Glocke derselben kam
nach Muggardt (Fecht Amtsbez. Müllh. S. 106).

NIEDEREGGENEN .

Schreibweisen: in pago Brisegowe in Eckenheim ad a. 733 Cod. Lauresh.; in
Echinaim 820; Eggenheim zw. 1078 bis un, 1173; Eggenhein 1299f.; das dorf ze
Nidern Eggenhein 1345; ze obem Eckenheim in dem dorff 1346; Eghein 1357.

Litteratur: Universal-Lex. d. Gr. Baden S. 528; Fecht Amt Müllheim S. 192;
KrügerS. 134.

Prähistorisches. Auf einer dem Ort zunächst gelegenen Anhöhe ein Grabhügel
von 10—12 m Durchmesser. In demselben fand sich ein Skelett und ein Thongeiass
mit zwei Armringen von Bronze (W.).

Der sehr alte, bereits im S. Jh. genannte Ort erscheint mit seiner Kirche und
deren Zehnten im hohen Mittelalter (1130) als von des Propstes Burglen abhängig. Ein
S. Blasianer Hof wird ir73 hier genannt. Der Ort selbst scheint unter der Usenberger
Herrschaft gestanden zu haben, von welcher er durch Hcirath der Adelheid, Tochter
<tes 1343 verstorbenen Hugo von Usenberg, an die Krenlunger gelangte (1341 f). Lutold
von Krenkingen verkaufte ihn indessen schon 1345 an den Basler Bürger Heinrich von
Walpach um 175 m. S. Von den Walpach erwarben es 1430 pfandweise die Herren von
Hachberg. Seither blieb das Dorf unter der Herrschaft Sausenberg (Baden-Dnrlach).
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