Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 133
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- NŒDEREGGENEN.

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Ein Ortsadel erscheint 1130 (Ludeuuicus de Ekkenheim, Herrgott II 155).

Eine Kirche in Eggenen wird seit dem 12. Jh. erwähnt [cella et capélla s. Johannis
quae in loco qui Eckenneim dicitur, sita est 1132, Gerbert HNS, III 66; ecclesia
Eggenheim 1157, WUB. II in, 1173, 1179; plebanus in Egenhain in decanatu
Wisental 1275); wobei bis 1275 unbestimmt bleibt, ob Ober- oder Niedereggenen
gemeint sind. Die Scheidung der
Pfarreien tritt seit 1275 auf: plebanus
in Eggenhein superiori in decanatu
Fiurbach 1275 Lib. dec,; rector eccle-
siae in superiori Eggenhain 1280: an
der Küchen zeobern Eggenhein 1352;
(eccl.) Eggenhein superius zw. 1360
bis 1370 Lib. marc.; gotshus sanct
Bläsy zu Obereggenheim 15S9- Die
Pfarrei in Niedereggenheim wird erst
im 14, Jh. ausdrücklich erwähnt: in de-
canatu Nuwenburg Eggenhein inferius
cum filiabus videlicet Weib erg et
Gennenbach zw. 1360 bis 1370 Lib.
marc. Danach scheint Obereggenheim
in älterer Zeit der Hauptort gewesen

Die Erbauung der jetzigen
(evangel.(Pfarrkirche zu Niedereggenen
fällt vermuthlich 1429, da sich aus
diesem Jahre im Archiv zu Basel eine
von Poggio unterzeichnete Ablass-
bulle Papst Martin V zu Gunsten
eines neuen Kirchenbanns za Nieder-
eggenen findet (Copie in den Akten 3 X
des Grossh. Ministeriums, 1754, -^
Febr. 4.).

(£>.) Es ist ein einschiffiger
Putzbau von schmucklosem Aeussern
mit glatter Holzdecke und gewölbtem,
achteckigem Chor, stumpfem, in der
Hauptachse liegendem Glockenturm
mit dem dutv.ktovibischer. Satteldach
und vorgebauter Sakristei (vergi. Gnindplan und perspekiivisclie Ansiclu l'ig. 69 und 70).

Die architektonisch bemerkenswerthen Theile, die Strebepfeiler, die gekuppelten
Spitzbogenfenster des Thurmes und das Chorgewölbe gehören der Spätgothik an.
Die Art, wie die Rippen auf den mit Köpfen gezierten Konsolen aufsitzen, legt die
Vermuthung nahe, dass das liest dienen ChorLiomilbt- nicht &:.> ursprüngliche ist.

Der Taufstein in derselben trägt die Jahreszahl 1661, über der Thüre der
Sakristei ist eine kleine Tafel nut der Jahreszahl 1698 angebracht.
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