Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Page: 184
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Danach hat der Pfarrer Job. Wagner nicht, wie der Schau ins Land S. 43 a
1578 das Haus erbaut, sondern man wird ihm nur einen Umbau oder eine Restauration
desselben zuzuschreiben haben. An den Fenster- und Thürgestellen (Abb. a. a. O. S. 36)
wird die 'im Wiesenthal vielfach übliche Uebertragunggewissei Ycr/ienrngsartendesHolzstils
auf den Steinbau' (a. a. O. S. 45) bemerkt. In der That zeigen diese eleganten Arbeiten eine
anziehende Verbindung der spätgothischen Formen mit denen der Spätrenaissance, wie
sie uns in der Holzschnitzkunst der Zeit begegnen. Auch hier treffen wir wieder auf
das Datum 1699

Das Badhaus (Abb. Schau ins Land XVIII 43) soll ins 14. Jh. hinaufgehen; nach
Fecht Sdw. Schwarzw. II497 las man in einem Zimmer das Datum 1386, an einer
Säule im andern Stock 1587, welch' letzteres dem Charakter des jetzigen Baues entspricht.

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MINSELN

Schreibweisen: in pago Brisaugense in Minsilido 754 S. Gall. ÜB. I 23; curia
superioris Minseldon 12Û1 ; Minseiden 1297; Minsidlen 1360; Minsellen 1564.

Litteratur: Fecht Sdw. Schwarzw. II 499.

Alainannische (?) Reste: betreffend der zw. hier und Eichsei gefundenen 'Heiden-
gräber' s. den Artikel Eichsei. — Im-Wald auf dem Dinkelberg wurden 1S98 zwei
Steinbeile gefunden. (W.)

Römische Reste. Fecht beruft sich als Erweis für römische Ansiedelung an dem
zuerst 754 gen. Orte auf die Römerstrassen, welche die Höhen des Berges durch-
schnitten. — 189S fand man auf dem Dinkelberg Scherben einer römischen Amphora,
welche eine einstige römische Niederlassung in der Nähe vermuthen lassen. (W.J

In der Kirche (tit. sa app. Petri et Pauli; plebanus in Miseldon, in decanatu
Wisental 1275; ecclesia Minseiden in decanatu Warembach zw. 1350 bis 1370 Lib. marc.)
hat Freiherr von Wessenberg seinem Gesinnungsgenossen, dem 1814 verstorbenen
Pfarrer Jos. Ulrich Tobias ein Denkmal gesetzt (Vere Rev. Pie Dodo / opthne
ineicto Decano et Pastori [ Conditio Jesu Christi Discipulo j posait hoc monu-
mentimi I Vicari us Generalis Lunstan'ioisis i/e Wcsscnùi-rg; Fecht S. 503). Der
jetzige Bau ist modem.

Der Ort gehörte zur österreichischen Herrschaft Rheinfelden {Landgrafschaft
Ereisgau), von welcher er 1805 an Baden kam.

NORDSCHWABEN

Schreibweise: Nortswaben 1267; zw. 1360 bis 1370; 1477 f.
Litteratur: Fecht Sdw. Schwarzw. II 506.
Ic Mauritiuskapelle (Filiale von Minsein) vor dem Dorf im freien Feld. Chor a

Langhaus später mît eingemauerter Inschrift, unleserlich.

Auf den Feldern ringsum werden häufig ungewöhnlich kleine Hufeisen g
funden. (Fr.)
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