Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 15
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ist mit einem Kreuzgewölbe eingedeckt, dessen hohlprofilirte Rippen aus der Wand
ohne Konsolen aufsteigen. Am Schlussstein das'Wappen der Betiggener Deutschherren.

In der Kirche steht die Kanzel der ehemaligen Dominikanerklosterkirche zu
Freiburg i. Br., reiche Rococoholzschnitzerei. An der Kanzel bühne die Statuetten der
h. Dreikönige, oben die Embleme der vier Evangelisten und das Wappenzeichen der
Predigermönche, der Hund mit der Fackel.

Ein Castrum Hertin prope Basileam ad. a. 1261 erw. Ann. Colm. min.
(MGS. XVII 191). — Ein dominus Hainricus et frater dus de Herten erw. 1242; der
erber Knecht Rudi Riederman von Herten sesshaft zllAröw 1394. Der Ort gehörte zur
österr. Herrschaft Rheinfelden, und war Sitz eines Dinggerichts. Seit 1805 ist er badisch.

HÖLLSTEIN

Schreibweisen: Holstein 1242, Holinstein 1248 f., Hoelnstein 1267 f.

Litteratur: Eecht Sdw. Schwarzw. LT 334.

Kirche (prot., eccl. erw. 1238, sacerdos et plebanus de Hollisten 1244; plebanus
in Höllenstein in decanati! Wisental 1275; S. Blasien durch Clemens V incorporirt 1307 ;
in decanatu Warembach zw. 1360 bis 1370 Lib. marc), sehr ärmlicher und einfacher, ein-
schiffiger Bau, ursprünglich romanisch, dann spätgothisch überarbeitet. An einer Fenster-
bank die Jahreszahl 1610 mit Wappen und Stein metzzeichen. Der quadratische Chor
zeigt aussen Lisenen und eine Art Rundbogenfries, gehört demnach noch der romanischen
Zeit an. Später gothisirt, hat er nun zweitheilige Fenster, deren östliches mit Fischblasen-
masswerk gefüllt ist, Es hat sich ausserdem noch ein kleines nmdbogiges Fensterchen
erhalten, wie deren auch vier an der Nordseite des Langhauses zu sehen sind; die der
Südseite sind weit ausgebrochen und mit (erneuertem?) gothischem Masswerk gefüllt.

Der dreistöckige Thurni steht an der Nordseite des Chors und ist mit diesem durch
eine Spitzbogenthür verbunden; Satteldach; unten Mauerschiitze, oben grosse masswerk-
lose gothische Fenster. Die Thurmhalle ist nicht gewölbt.

Westportal spätgothisch mit tibergreifendem Stabwerk.

Reiche Barockmonstranz in rohen Formen (Abb. Tafel III). Ein Wetter-
kreuz von geringem Werth.

DerKirche gegenüber ein spätgothisches Haus mit spitzbogigem Eingang.

Dienstadel seit 1168 erw. (nobilis vir Seligerus de Granichun et de Holistein u. s. f.
Detricus de Holstein 1226),

Die Bewohner erscheinen im 14. Jh. als Gotteshausleute von Basel (Gr. B.), doch
gehörte der Ort später zu Sausenberg (Baden-Huri ach}.

HÜSINGEN

Schreibweisen: Husinchon 1242, Htisichon i35o£, Husikon zw. 1360 bis 1370,
Husicken 1514 f.

Litteratur: Fecht Sdw. Schwarzw. II 337.

Einen Römenveg erkennt Mone (Z. XX 434) in der 1344 urkundl. erwähnten r,-
'Hohstraz'; ver^l. dessen 1'reesch. I 142.
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