Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 192
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ï<)2 KREIS LÖRRACH.

einem Menschenalter noch Mauerreste gestanden haben. Der Bergkegel fällt nach allen
Seiten steil ab und scheint nur gen Nordwesten mit dem hinterliegenden Gelände
verbunden gewesen zu sein. (D.)

Politisch gehörte der Ort zur Herrschaft Sausenberg.

Ein anderer 'Burstel' lag nicht weit entfernt zwischen Demberg und Langensee
(Poinsignon Schau ins Land XIV 33); es fehlt an allen Nachrichten über denselben.

WEHR

Seh reib w<

Währ 1750; vc

Niderwerr 1535

Litteratur

Der Ort t

von Werrach (e

;en: Werra 1092; nizf.; Werrâh 13.Jh.;
obnen Werra ia84f ; Obirr Werra 1256 f. ;

Werre 1284; Wer 1319;
de Nidem We'min 1256;

Fecht Sdw. Schwarzw. II 265.
it dem Schlosse Werra (s. u.) erscheint s<
1092), von denen er 1256 t

73 im Besitz der Herren
Klingen überging. Das
von dieser Familie begründete Kloster bei Wehr, bevölkert mit Augustinerinnen aus
Rufach, ward aber schon 1272 bis 1274 verb^en, worauf sich die Nonnen in Basel
niederliessen und das bis zur Reformation bestehende Kloster Klingenthal gründeten.
Von den Klingen kam Wehr vorübergehend an das Basler Hochstift, doch kaufte
Rudolf I die Klingenthaler Gefälle an sich und brachte die ganze Herrschaft zum Hause
Habsburg, von dem sie 1805 an Baden übergingen. Die Lehensinhaber der Grund-

1365 in Folge Einlösung 1

- Pfandhaft die Freiherren 1

atro sita 1256; eccl. W. in
nori Basilea zw. 1360 bis
a decanatu Wisental 1275;

herrschaft 1
Schönau.

Die Kirche erw. s. r256 (eccl. Werra et capella i;
decanatu Warembach pertinet monasterio in Clingental i
1370 Lib. marc. »595; plebanus in W. 1257; incuraftis in
vicar und lutpriester zu Werre i4rö).

Pfarrkirche (ad s. Martinum} neu (Fig. roö); werthloscs Deckengemälde des 18. bis
19. Jhs. Der Fr. erwähnt noch eine Wappentafel und Epitaphien von 1609 und 1710.

Der ivjihrsi'heinücli der Kirche eins: genörige, von dem Fragebogen als im
Spital bewahrte Schrank (Chorkasten) ist seit einigen Jahren verkauft.

Die Kapelle in honorem s. Wolfgangi erbaut 14S6 an der Stelle des von 1256
bis 1273 hier bestanden Frauenklosters Klingenthal (Pfarrarch.).

Häuser. Ein spätgothisches Haus Nr. 173 bis 175 mit sehr hohem Staffelgiebel
und ausgebrochenen Kreuzstücken. Ein anderes weiter hinab im Orte. Das Nr. 10
im Vororte hat nur Staffelgiebel, keine gothischen Fenster.

(D.) Im Orte ein Haus wit Treppengiebel, über dessen Alter eine bei einem
Umbau vermauerte Säule mit der Jahreszahl 1581 Auskunft gibt. Ein ähnliches Haus aus
der gleichen Zeit in dem angrenzenden Enkendor/.

In Wehr steht weiter ein früher ïv.t ÌSiirg Werrach gehörendes Amtliaus der Herrn
von Sch'önaii. das wir im Bilde wiedergeben (vergi. Fig. 107).

An den dreistöckigen Giebelbau lehnt sich ein rundes, steinernes, oben ins Achteck
übergehendes Treppenthürmchen mit innerer Wendeltreppe aus Sandstein, unten aus-
geschalt, an.
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