Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 99
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AMT MtìLLHElM. - BRIT2IKGEN. 99

zeigen, von 0,50 X 0,30 X 0,18 m Abmessungen. Bei der Rundanlage gefundene Stücke
von 0,28 und 0,16 m Grösse zeigen Ansätze von Rundflächen, die wohl der innern Seite
des runden Baues entstammen. Spuren von Mörtel oder einer weitern künstlichen
Bearbeitung der Bausteine sind nicht festzustellen.

Man begnügte sich mit der Form,der Steine, wie sie der Bruch gab, und suchte
und fand die Festigkeit der Mauer, unter Hinweglassung des Mörtels, m der guten
Schichtung und deren Dicke.

In der Nähe des Ringwalles sind noch Grenzsteine zu verzeichnen, welche das
badische Wappenschild mit den Jahreszahlen 1659 und 1760 tragen. Eine Kunstform
haben diese nicht, der Schild hat die charakteristische Spitzform mit einseitigem Aus-
schnitt, der damaligen Zeit.

Von der auf der genannten Karte gezeichneten 'Riäne' auf 'GrÜneck' sind nur
noch Reste einer elliptischen Ringmauer festzustellen, die etwa 15min der grossen und
12 min der kleinen Achse misst. Dieser Mauerzug besteht aus einem Trümmerhaufen
unbehauener Steine.

Der Platz ist von der Forstverwaltung mehr oder weniger ausgeebnet und die
Stelle vor etwa !o Jahren mit Bäumen bepflanzt worden.

Wir durften es hier gleichfalls mit einem Ringwall zu thun haben und nicht mit
den Resten einer Burg. (D.)

BRITZINGEN

Schreibweisen: HrizzincheiiiiCT marca 773, Cod. l.aiiresh.'Soi ; lirizzinchoven 1185;
Biïtticon 1275 f.

Literatur: Herbst Chronik von Britzingen, Freib. 1S41 ; Fecht Amtsbez. Miülh.
S. Ì03; Martini Diöz. Müllh. I 77 f. 99.

Pfarrkirche (evan^., plebanus in lirizziciioven erw. Ï.ÎC13, Z. IX 35;;; früher gehörte
die Kirche den Johannitern in Freiburg [360 bis 1370 Lib. marc. FDA. V. 87 : der Herren
von sant Johanskikiie von liriuikon '/.. XVI .■67;, ziemlich genau gcostei. Der viereckige,
viergeschossige Thurm gehört wohl noch dem Ausgange des 13. Jhs. an, der Chor dem
14., das Schiff dem 15. Jh. Der Thurm hat in seinem obersten Stockwerke grosse
gekuppelte Fenster aus der Zeit der I lodigotbik mit Masswerk, in den übrigen Geschossen
kleine Fensterschlitze. Einfaches, spitzbogiges l'urtai mit abgefaßten Ecken. (Fig. 49.)

Grabstein è (Vogt Kaltenbach 1Ö03, 1622; Pf. Gemehlin 1726) des 17. und 18. jhs.
sind an der Aussenscit« des Schiffen (an der X01 dseite 5, an der Südseite des Chores 2
und an der Südseite des Thurmes 2) eingelassen. Drei Pfarrersepitaphien von 1577,
1619, 1717 erwähnt Sachs Ms. Die Kirche war Grabstätte der Familie von Neuenfels.

Die Thurmhalle ist eingeweiht Die hoblprofilirten Rippen des Gewölbes sitzen
auf Konsolen auf, der Schlussstein hat ein Lilienomament.

Das ganz modernisirte und durchaus geringe Schill' imi in dun gndiischen Fenstern
zum Theil nodi spiü^oihisehes Kisehblaseimiasswerk.

Etwas älter ist das Mass werk des im r,;„ geschlossenen Chores,

Das Schiff hat eine flache, moderne Decke. An der Evangelienseite führt eine
spätgothische Thüre zur Sakristei.
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