Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 179
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AMT SCHOPrHKIM. — F.ICHSËL. 179

Auf dem Spitzenberg soll noch ein altes Schloss gestanden haben, dessen Trümmer
verschwanden sind (Fecht a. a, 0.).

(D.) Schloss Eichen bei Schopfheim (Fig. loi) von malerischer Wirkung
mit ausgebautem achteckigem Treppenthurm mit Zwiebeldach und vorgebauter Laube
ans Fachwerk mit Vordach und Krüppelwalmen. Das Hauptgebäude massiv aus Stein wie
auch der Treppenthurm mit der unterhalb ausgeschalten Spindeltreppe. Im ersten Stock
ist ein rundbogiges steinernes Thürgestell mit einem Wappenschild im Bogenschluss
und den Buchstaben F- B- Im zweiten Stock ist ein kielbogenförmig geschlossenes
Thürgestell noch vorhanden. Der Innenbau sonst ohne weitem architektonischen Werth.
Die Façadenfla'chen sind weiss geputzt In der Giebelwand der Laube stehen im Fenster-
sturz die Worte :

Jacob Daller Burger und Maurer su

Sckopffeii hat diesS Haus gemauerdt

Anno 156c. (D.)

EICHSEL

Schreibweisen: Eichissol 1242; Eychsel 1299; Eichsal 1394; Eichse! 1497.

Litteratur: Fecht Sdw. Schwärs w. II 466.

Alamannische Reste. Im Gewann 'Heidengräber' fand man im Anfang des ig.Jhs.
alamannische Plattengräber; in einem derselben einen goldenen Ohrring. (W.)

Pfarrkirche (S. Gall., Plebanus in Aichsel [in decanati! Wisental] 1275; decanatus
Warembach, archidiaconatus Brisgoviae zw. 1360 bis 1370 Lib. marc.). Langhaus und
Chor sind neu. Der vor dem Langhause am Westende stehende vierstöckige Thurm
gehört noch der gothischen Zeit an. Er hat oben schöne zweitheìUgé Spitzbogenfenster
mit gothischem Masswerk und ist mit einer gothischen Balustrade gekrönt. Die Thurm-
halle hat ein Gratgewölbe.

Im Chor ein Sakramentshaus (1478), spätgothische Wandnische aus dem alterna
Bau, unter welcher sich eine h. Grabnische befand (Fig. 102).

In der Kirche ein Brunnen.

Glocke des h. Gallus mit der gewöhnlichen lateinischen Inschrift: fulmina
frango etc.

An die Kirche knüpft sich der Kult der drei der Ursuiamschen Gesellschaft ange-
hörenden Lokalheiligen: S. Kunigundis, S. Mechtundis und S. Wibrand, zu denen gewall-
fahrtet wird. (Vergi, betr. dieses Kultes und desj. z. Einheiten Mone Anz. f. Kunde
d. Vorzeit 1835 bis 1S38 III 56, IV 258, 499 f.; KolbLevik. s. v. Fecht S. 467.)

Im Pfarrhause werden aufbewahrt:

Eine Monstranz, sehr grobe Barockarbeit des i8:Jhs.

Zwei hübsche Barockkelche (Augsburger Arbeit?).

Vortragekrenz, wohl noch des j6. Jhs. An der Vorderseite sehr guter, massiv \
silberner Crucifixus mit gothischem Nimbus, in welchen das Lilienkreuz eingezeichnet ist;
auf beiden Seiten an den Ecken die Evangelisten. Marcus fehlt, an seiner Stelle zwei
silberne Reliefs, auf der einen Seite ein betender Ritter im Kostüm eines Türken (!), auf
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