Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Page: 108
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm5/0128
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Am Fussboden verschiedene Grabsteine, deren Inschriften jeut allgetreten sind.
Angebliches Grab einer aus Frankreich stammenden Pfarrersfrau.

Bemaltes Holzkruzifix, angeblich aus Basel; der Leib langgestreckt; gut in
grau gemalt (Ende 16. Jh.), aber leider mit Nägeln durchschlagen.

Der Sachs'sche Bericht spricht von einem Nikolausbild und einem Bilde der
h. Jungfrau, welche den Leichnam des Herrn auf dem Schooss hielt.

Haus Nr. 56 vom Jahre 1777 (J), mit zwei guten bürgerlichen Wappen. — Das
Däublin'sche Haus bei dem Pfarrhause mit dem Datum 1561. Der Ort besass Meier-
häuser der vier ehemals hier begüterten Geschlechter.

In der Gemeinde lag früher das Frauenkioster Rltanthal (Vallis Rheni, vergi.
Sachs IV 31; Martini Diöz. Müllh. S. 66; Fecht Amtsbez. Müllh. S. 171, 136;
Sievert Müllh. S. 398), angeblich 1255 von Graf Konrad von Freiburg erbaut und
der Abtei Lützel im Sundgau unterstellt. Ursprünglich eine Abtei, wurde es zwischen
1431 bis 1448 in ein Münchspriorat verwandelt; 1570 wurden die Gebäulichkeiten ver-
kauft und 1749 aus den Steinen des Klosters das Posthaus in Müllheim gebaut.

In den spateren Jahrhunderten gehörte Feldberg politisch zur Herrschaft Sausen-
berg; die pfarrlichen Rechte theilte Markgraf Ernst zu Baden und Hochberg 1524
zwischen Niedereggenheim und Veltperg (K. Breisg. Arch.).

FEUERBACH

Schreibweisen: Furbach Ï317; villa Fürbach 1335.

Litteratur: Fecht Amtsbez. Müllh. S. 137; Martini Diöz. Müllh. I iro.

Das sogen. 'Schloss' ist ein altes Bauernhaus, an dessen Stelle vielleicht ursprünglich
ein Haus der Johanniter stand, welche hier den Pfarrsitz hatten.

Auf dem ehem. Friedhof zwei Grabsteine von 1693 und 1695 mît bürgerlichen
Earockwappen, desgl. ein solcher von 1713.

Es wird in den Frageb. verzeichnet, dass früher häufig Gegenstände, auch Steine
aus der 1850 abgebrochenen Kirche (dieselbe war nach Sachs' Mitth. 1450 erbaut),
an Liebhaber und Antiquare verkauft wurden. Sie wird schon 1275 erwähnt (Lib. dec.
FDA. I 210}, dann 1295, wo Otto miles de Stôfen mit den in Villa dicta Fürbach
gelegenen Gütern das Patronat der Kirche an die Johanniter in Freiburg verkauft (K, Joh.-
Arch ). Zwanzig Jahre später gibt wieder Eechtolt der Sermentzer denselben Johannitern
die Kilchun und den Kilchunsatz in dem dorf ze Fürbach und den hof da deir Kirche
in höret (K. S. Peter], die dann schon 1315 der Markgraf von Hochberg, Frate r Hermannus,
als Comthur des JohanmUirhospitals in Freiburg pro curia sita in villa Ahtkarde Const.
dyoc den Cluniacensern austauscht. Ecclesia Färbach in decanati! Nliivenberg zw. 1360
bis 1370. Lib. marc. (Krieger).

Politisch gehorte der Ort zu Sausenberg.

GUTTNAU

s. Neuenburg.
loading ...