Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 24.1926

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GESAMTANSICHT DER NEUEN BERLINER MUSEUMSBAUTEN NACH DEM ERSTEN PLAN MESSELS

KAISER-FRIEDRICH-MUSEUM DEUTSCHES MUSEUM MITTELBAU SÜDELÜGEL NEUES MUSEUM (STÜBER)

DIESER ÜBERSICHTSPLAN — DER EINZIGE BISHER PUBLIZIERTE — GIBT FÜR DIE VERSCHIEDENEN GEBÄUDE GLEICHE STOCKWERKSHÖHEN AN UND ERZIELT
DADURCH DEN EINDRUCK DER EINHEITLICHKEIT. DIE AUSFÜHRUNG HAT DIESEN VORZUG IGNORIERT UND DEN MITTLEREN GEBÄUDEKOMPLEX UM ETWA 3 M

ERHÖHT MIT DEN IM TEXT ANGEDEUTETEN FOLGEN

anläge, die der Reichtum protzig begonnen hat und
die die Armut nun mit falscher repräsentativer Geste
vollenden möchte, mit Räumen, die organisch mit
Kunstwerken nicht zu füllen sind und mit Sammlun-
gen, die reich sind an sehr bedeutenden
Kunstwerken, aber auch übervoll vom
nur historisch, ja ethnographisch In-
teressanten. Das Ministerium soll
sich mit der Bauleitung vertragen,
sich gegen Bodes enttäuschten Arger
wehren, sich mit den Abteilungs-
direktoren beraten, höchst politisch
mit dem Landtag verhandeln und zu-
letzt muß es Übles von der Presse
hören. Am Ende der Arbeit wird
die Zustimmung lau sein, weil die
wahrhaft grandiosen Fehler bei der
Eröffnung der neuen Museen vor
aller Augen daliegen werden, weil das
Ausland dann schon zur Genüge dar-
aufhinweisen wird. Umso zufriede-

ner sollte jeder, der sich für die Berliner Museen inter-
essiert, sein, daß eine Instanz da ist, die allen Schwierig-
keiten zum Trotz die Führung übernehmen will. Es
ist nötig in dieser Sache Partei zu ergreifen. Am lieb-
sten ginge man mit Bode, weil er der
begabteste Mann von allen ist, trotz
seiner Fehler eine Klasse für sich. Es ist
unmöglich. Es bleibt nur das Ministe-
rium als letzte Hoffnung übrig. Ihm ist
dringend zu raten, weiterhin Energie
zu zeigen, das ganz Unleidliche mit Ge-
walt zu verhindern, in weniger wich-
tigen Fällen — die Frage der romani-
schen und gotischen Stilräume gehört
dazu — nicht allzu hartnäckig zu sein,
und auf jeden Fall so schnell wie
möglich ein Ende zu machen. Denn
das Berliner Museumschaos wird all-
mählich unerträglich; es droht alle
daran Beteiligten um so mehr zu
demoralisieren, je länger es dauert.

MITTELBAU, NORDSAAL

BEISPIEL EINER ERGÄNZUNG. NUR- DIE
HELLEN TEILE SIND ANTIK, ALLES
ANDERE IST REKONSTRUKTION

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