Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787

Page: 181
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_literaturzeitung_suppl1786_1787/0097
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
i8r

ZUR A. L. Z. 17? 6.

132

der Verf. die Sache behandelt, als auch wegen der
richtigen und treffenden Urtheile, die auch, wie
uns dünkt, auf die gegenwärtige Lage der Sachen
so gut passen, so ganz im Geist der bekannten Ber-
liner Monat ifchrisi geschrieben sind, dass ipanauch
daraus aufs neue lernen 'kann , wie sehr sich der
Katholicismus zu allen Zeiten und in allen Ländern
in der Hauptsache gleich bleibt.
Tübingen, bey Fues: Sonntägliche, göttliche
Abendruhe in andächtiger Betrachtung der
sonn-und fedtäglichen Epistehexte durch das
ganze Jahr. — ■— — von Siegm. Friederich
Lorenz, der heil. Schrist Doctor und Prof, P.
0. auf dei Strassburger Universität. — — —-
Erster Band. 1784. 624 S. Zweyter Band.
615. gr. 8-
Derselige L. war in der frommen Weltberühm-
ter, als in der gelehrten und seine Predigtsammlun-
genhaben das Glück gehabt, auch in den entsern-
testen Gegenden häufig verbreitet zu werden und
Gutes zu wirken. Die Art seines Vortrages ist zu
bekannt, als dass wir nöthig hätten, sie näher zu
charakterisiren. Am Ende des gegenwärtigen Wer-
kes sind noch 7 heilige Reden über einige zuStrass-
burg gewöhnliche kleinere Feyertage , nebst des
Verf. Lebenslaufe angehängt.
RECHTS GELAHRT HEIL T.
Kempten, bey der typographischen Gesellschast:
Sammlung der merku'ürdigßen Staatrfchriften
über Ländertaufch. und Fürßenverein mit nöthi-
gen Anmerkungen beleuchtet. Erlies Stück,
1786. 346 S. 8. (9 gr. )
Wenn einmal , ohne Rücksicht auf die schon
vorhandenen Sammlungen staatsrechtlicher und hi-
ftorischer öffentlicher und Privatschristen zu neh-
men, die diesen wichtigen Gegenstand betressen-
den Schriften zusammengebracht, und dem Nach-
druck Beschönigung verschafc werden sollte: so
musste der Herausgeber unter Staatsschristen keine
Auswahl tressen wollen , die versprochene Einlei-
tung aber nicht bis zuletzt versparen. Er wollte viel-
leicht warten, bis er ohne Kopfbrechen etwas Gu-
tes liefern konnte — nemlich, bis Herrn P. Mül-
len Abhandlung hierüber erschienen war. Zusam-
men sind hier XIX Stücke enthalten, worunter die
drey letzten vom Frh. von Gemmingen, vom Geh. R,
von Dohm und einem ungenannten oberdeutschen
Patrioten doch nurPrivatschristen find, wenn auch
nicht zu leugnen wäre , dass Verschiedene hohe
Hofe wenigstens gewiße Nachrichten mitgerheilt,.
oder bekannt zu machen erlaubt hätten. Doch mit
nötaigen Anmerkungen beleuchtet ist ja diese Samm-
lung? ■ Ereylich aus dem ff itelblatte; weiter aber
nicht. Der Druck ist übrigens, wie er aus jenen
Gegenden zu kommen pslegt. Aber wenigstens die
Verweisungen auf Seitenzahlen hätte doch der Her-

ausgeber nicht so süllen flehen lassen , wie sie in
den Originalausgaben gewesen find. Es ist vielleicht
ihm nicht einmal eingefallen, dass er wenigstens
einige Kreuzer an Setzerlohne hätte ersparen kön-
nen, wenn er sie lieber ganz weggelassen hätte.
Doch des Freyherrn von Gemmingen Schrift ist ja
sogar wirklich zweymal abgedruckt ; erst allein,
nachher in der Domischen U iderlegung! Diese
Dinge werden hinreichen, den Sammlet zu. cha-
rakterisiren !
SCHOENE WISSENSCHAFTEN.
Amsterdam, bey Rosart: Geiß der deihßchen
Literatur sür ihre Liebhaber, in Holland, L rank-
reich , England und Amerika. 1/86. Erßer
Jahrgang. Erßer Band. Januar, Februar,
Marz. 360 S. Zweyter Band. April, May,
Junius. cgi S. in 8- (2 Rthlr. 20 Gr.)
Der Gedanke den ausser Deutschland besind-
lichen Liebhabern unsrer Literatur eine eigne Mo-
natssehrift zu widmen, ist nicht übel; nur kommt
sreylich alles auf den besondern Entzweck an , aen
sich ein Herausgeber dabey vorsetzt, und auf die
Kenntnisse und den Geschmack, den er zur Aus-
führung desselben mitbringt. DerVerfasser der ge-
genwärtigen, der, wie er sich ausdruckt , kein
Handweigelehrt er, und wie man zu glauben Ur-
sache hat,- überhaupt kein. Gelehrter ist , lebt in
Amsterdam, und also in ziemlicher Entfernung von
der Quelle, aus der er zu schöpfen hat. Wozu er
sich anheischig macht, ist: die neuern Schriften
anzuzeigen, die ihm am meisten Ausmerksamkeit
zu verdienen fcheinen, — von vorzüglichen Wer-
ken hinlängliche Auszüge zu liesern, — vor schlech-
ten oder schädlichen zu warnen. Ueberdies will
er noch zum Ueberssuss, oder vielmehr „zur Nah-
rung derer, die bloss angenehmen und nützlichen
Zeitvertreib fliehen, jedem Stücke irgendeine rüh-
rende moralische Geschichte beyfügen , die sähig
ist, zur Tugend und Pssicht zu ermuntern , vor
Fehltritten zu warnen, oder den Dürst nachKennt-
niss und Unterweisung zu reizen; dann und wann
eine kurze körnigte Abhandlung über diefe oder
jene besondere Wissenschast und Kenntniss liefern,
die der Jugend zum Leitfaden zur vollständigen
Erlernung derselben dienen können, und bey der
Erwachsene Gelegenheit, haben, sich desjenigen
wieder zu erinnern, was ihrem Gedächtniss ent-
ssoh ’ und endlich diese Blätter manchmal durch
einige kurze Gedichte der beflen deutfehen Barden
verzieren, da es nun einmal die Mode so ist, die
Begierde, selbst nach den schmackhastesten Spei-
sen, durch äußere Zierde zu reitzen. “ —
Den Anfang des ersten Hestes macht eine Ab-
handlung über den Geiß der deutfehen Literatur, in
welcher einige vorläufige Begrisse von ihrer Bil-
dung ihren Fortsehritten und ihrer gegenwärtigen
B'eschaffenheit gegeben werden sollen. Es sälle
% nicht
loading ...