Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Page: 86
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Absis gegen Süden sendet, während die seitlichen östlich und westlich je mit einem kreis-
runden Raum (dem Frigidarium des Plans) in Verbindung stehen. Den nörd-
lichen Abschluss der Mitte endlich bilden vier kleine rechteckige, in einer Reihe
liegende Gemächer, an welche östlich und westlich je ein theilweise offener Raum
(die grösseren Praefurnien im Plan) angeschlossen ist

Von der südlichen Hauptfrönt 2 m entfernt, zieht sich parallel mit ihr ein 3S m
langer, trocken gemauerter gewölbter Entwässerungskanal zur Trockenlegung
des bebauten Terrains hin, dessen Arme beiderseits gegen Norden umbiegen, ihren
Verlauf mitten durch die beiden Vorhöfe unter dem Roden nehmen und in noch vor-
handenen hohen, schön gemauerten Ausgängen endigen.

Preuschen spricht a.a.O. noch von einigen weiteren, an das Badgebäude angrenzen-
den, oder ihm zugehörigen Anlagen. Auf Tab. II seines Plans stellt er — und nach ihm
Gerbert in dem Plan von Amann — längs der Nordseite die Grundbauten eines Teichs
('beinahe 200 l-'u.-s l.uvi, i'! der I.;etnû'hili: interi ì"feile ój, m de:- mindi/rn 53 Fuss')
dar, der von einer ca. 90 cm dicken und 1,80 m hohen Mauer umgeben war, welche
gegen Norden zwei zu Schleussen eingerichtete Oeffnungen zeigte. Er diente, um die
aus dem Gebäude abfressenden Wasser aufzunehmen; sein Boden war mit einem Rost
von 7 bis 9 Zoll starken tannenen, in Letten gesetzten Balken ausgeschlagen. Wenig
weiter nördlich werden dann parallel mit dem Teiche die Fundamentreste eines zweiten
grössern Gebäudes mit 12 grössern und kleinem Gemächern angegeben, das
Preuschen wegen der darin gefundenen Mahlsteine. Schmelztiegel und Thonscherben
— ob reit Recht, steht dahin — als Töpferei erklärt. Letztere, jetzt nicht mehr vor-
handenen Reste dürften bei der Anlage des Parks beseitigt worden sein.

Die Umfassungsmauern der beiden Vorhöfe waren, ausser in der Südostecke
des östlichen, noch erhalten, aber 'leider an vielen Orten so sehr abgebrochen, dass zur
Bestimmung der Lage der beiderseitigen Haupteingänge sich kein Anhaltspunkt mehr
ergab'. (So im Bericht von 1784.) Ihr Boden war mit Steinplatten auf einer Art von
Beton belegt; in dem östlichen konnte man noch wahrnehmen, dass letztere längs der
Wände schief ('nach einem plano inclinato') gestellt waren, wie zum Ablauf von Regen-
wasser (?). Im Allgemeinen habe man in beiden Räumen wenig Schutt gefunden, was
zur Vermuthung Anlass gibt, dass sie unbedacht gewesen sind. Nur an den dem Ein-
gang gegenüber liegenden Mauern lagen viele Sfticke der abgeschliffenen und fein über-
tünchten Wandbekleidung; im östlichen Vorhofstand ein Theil derselben noch an den
Wänden und war dort 'mit Farbenstreifen ausgeziert'. An denselben Mauern waren auf
jeder Seite des Durchgangs durch je zwei vorstehende Pilaster drei Nischen (zu Ruhebänken ?;
gebildet. An der Nordseite des westlichen Vorhofs springt noch heute ein Mauertheil
mit verstärkenden Strebepfeilern vor, der als Exedra dienen konnte, oder wohl eher
eine nach den unteren Theilen führende Treppe barg.

Besonderes Interesse erregte es, als man in demselben westlichen Vorhof vor dem
Durchgangsraum in das Innere des Gebäudes ein länglich viereckiges Steinpostament
(1,12 ra hoch, 96 cm breit, 44 emtief) biossiegte. Seine äusseren Seiten 'hatten sich
in viele Stucke abgeschälet'; auf der vorderen gegen Westen gerichteten Schmalseite
lagen auf »1cm Roden noch drei Stücke aneinander, welche die Inschrift
DIANA
ABNOB
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