Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

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karl albert baur gebirgsbach

KARL ALBERT BAUR

(Nachdruck verboten)

Wenn Karl In seinen Mappen finden sich eine Menge
Alb. Baur, Blätter, deren Schönheit dem Laien unver-
den wir ständlich bleiben wird; denn wem der Blick
heute unse- für grosse, einfache Form nicht gegeben ist
ren Lesern (und wie wenigen ist er gegeben!), der wird
vorführen, schwerlich den Reiz der Motive mitempfinden
in weiteren können, die Baur begeistern; er wird in den-
Kreisen als selben häufig nur ödes, steriles Terrain er-
Künstler blicken,
nicht so ge- In dem sicheren Erfassen der grossen Linien
kannt ist, und Formen der Natur liegt Baur's eigentliche
wie er kraft Stärke. So fein sein Blick für Ton, sein Em-
seiner Ver- pfinden für Stimmung ist, stärker ist jedenfalls
anlagung noch sein Formgefühl; der Zeichner überragt
sein könnte in ihm entschieden den Maler,
undmüsste, Auch der äussere Lebensweg Baur's, die
so hat das Vielseitigkeit seines Interesses für alleWissens-
karl albert baur mannig- gebiete und sein stets opferbereiter Gemeinsinn

fache sind ernste Hemmnisse seiner künstlerischen
Gründe,welche teilsinseinemäusseren Lebens- Bethätigung gewesen. So hoch diese Eigen-
wege, vor allem aber in seiner künstlerischen Schäften den „Menschen" stellen, dem äusseren
Eigenart liegen. Ein eigentlich „populärer" Erfolg des Künstlers sind sie nicht förderlich;
Künstler wird Baur wohl schwerlich je sie entziehen seinem Schaffen zu viel Kraft
werden; dazu ist sein Sehen und Erfassen und zu viel Zeit.

der Natur zu exklusiv künstlerisch. Das, was 1851 zu München geboren, sollte Baur
die Menge besticht, das landläufig Schöne, das nach Absolvierung des Gymnasiums den kauf-
gefällige Motiv reizt ihn nicht zum Schaffen. männischen Beruf ergreifen. Doch fühlte er

Die Kunst für Alle XVI.

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