Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

Page: 580
Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1900_1901/0604
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
-*-Ss£> VON AUSSTELLUNGEN UND SAMMLUNGEN

VON AUSSTELLUNGEN

UND SAMMLUNGEN

DLAUEN i. V. Im ersten Halbjahr 1901 brachte
* unser hiesiger, überaus rühriger Kunst-Verein
zwei grosse Ausstellungen, deren erste im Monat
Februar-März vom Künstlerbund Apelles- Weimar und
von einzelnen anderen Künstlern und Künstlerinnen
aufs beste beschickt war und auf der auch Verkäufe
erzielt wurden. Von Mai bis Ende Juni gab es die
zweite Ausstellung, der sich für die andere Hälfte
d.J., im August-September und November-Dezember
noch zwei anderweite Ausstellungen anschliessen
werden. Die Grosse Frühjahr-Ausstellung brachte zum
erstenmal auch Gegenstände des Kunstgewerbes,
die sehr beifällige Aufnahme fanden, so die Kunst-
töpfereien von MuTZ-Altona und Kunstschlossereien
u. a. des Künstler-Vereins Lucas-Magdeburg, der eben-
so wie der Berliner Westclub und die Münchener
Künstlergruppe >Bund« im Verein mit den Malern
O. FoERSTERLiNG-Freising und H. Zimmermann-
Charlottenburg eine reichhaltige, hochinteressante
Kollektion von Gemälden, Aquarellen und Zeich-
nungen ausstellte.

TARESDEN. Für die kgl. Gemäldegalerie wurde
*-* das auf der heurigen hiesigen Kunstausstellung
befindliche Oelgemälde 'Die Stickerinnen«: von Wil-
helm Leibl erworben. Durch die Schenkung eines

Kunstfreundes ist die Galerie des weiteren in den
ßesitz eines aus dem Jahre 1873 stammenden Selbst-
bildnisses Wilhelm TrObner's und der beiden
ursprünglichen Flügel von Fritz von Uhde's
»Heiliger Nacht« gelangt.

DARIS. Das Moreau-Museum wird nunmehr in
* allernächster Zeit der grösseren Oeffentlichkeit
zugänglich gemacht werden, nachdem der für den
Unterhalt desselben nötige Fonds dadurch gewonnen
ist, dass die Kunstakademie auf das ihr von Gustav
Moreau gemachte Legat von 100000 Fr., zu Stipen-
dien für junge Künstler bestimmt, mit Bewilligung
der Regierung verzichtet hat. Der im Jahre 1898
verstorbene Künstler hatte bekanntlich dem Staat
sein Haus und ungefähr achthundert seiner Gemälde
mit der Verpflichtung vermacht, daraus ein öffent-
liches Museum einzurichten, die für die Unterhaltung
eines solchen nötigen Mittel aber nicht bereitgestellt.

TJALLE a. S. In der am 7. Juli geschlossenen
Gemäldeausstellung des hiesigen Kunstvereins
waren sechhundertvierzig Bilder ausgestellt; verkauft
wurden siebenundzwanzig Oelgemälde im Werte von
15000 Mark. Für das Städtische Museum wurden
erworben drei Oelgemälde, ein Bild von Rom von
Max Merker in Weimar, »Vorzimmer im Dogen-
palast zu Venedig« von Adolf Böhm in Mestre bei
Venedig, und »Zeichnender Knabe« von Susanne
von Nathusius in Halle.

Redaklionsschluss: 17. August 1901. . Ausgabe: 29. August 1901.

Herausgeber: Friedrich Pecht. — Verantwortlicher Redakteur: Fritz Schtartz. *
Verlagsanstalt F. Bruckmann a.-g. in München, Nymphenhurgerstr. 86. — Druck von Ai.phons Bruckmann, München.
loading ...