Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

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-*4£> PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN

setzen sein, stets unvergesslich werden aber seine
PERSONAL- UND Verdienste um das deutsche und speziell das badische

Kunstgewerbe bleiben. ö

ATEUER-NACHRICHTEN

1V/IUNCHEN. Auszeichnungen auf der VIII. Inter-
im ARLSRUHE. Mit nationalen Kunstausstellung im kgl. Glaspalast.
*V dem Direktor der Es erhielten Medaillen I. Klasse in Deutschland:
Badischen Kunstgewer- Hans Petersen, Ernst Zimmermann, Adolf Echtler,
beschule und des Kunst- Leo Samberger, Julius Exter, Carl Küstner, Fritz
gewerbe - Museums zu Bär, Rudolf Maison, sämtlich in München, Otto
Karlsruhe, Prof. Her- Reiniger, Stuttgart; in Belgien: Albert Baertson,
mann Götz, der am J. van Biesbroeck, Th. Vingotte; in Dänemark: L.
28. Juli d. J. einem A. Ring; in Italien: F. Sartorelli, E. Gola; in Frank-
schweren Nervenleiden reich: Lucien Simon, A. Dechenaud, J. Lefebvre,
erlag, ist einer unserer J. E. Blanche; in Holland: Th. De Bock, Therese
bekanntesten Künstler Schwartze, A. Briet, Minca Bosch-Reiz; in Oester-
und Kunstgewerbemän- reich: A. Scharff; in Amerika: W. Mac Ewen, J.
ner plötzlich dahinge- Stewart; in Ungarn: P. Szinyei-Merse; in England:
schieden. Herrn. Götz J. Lavery; in der Schweiz: A. Stäbli; in Norwegen:
hat es in seiner uner- F. Thaulow; in Spanien: R. Casas; — Medaillen
müdlichen Energie und II. Klasse erhielten in Deutschland: Aug. Fink,
seinem eisernen Fleisse, M. Gaisser, A. Schwarzschild, W.Velten, Hermann
unterstützt von einem Kaulbach, K. Kronberger, Hermann Knopf, H. G.
Hermann got.z glänzenden Formen- Kricheldorf, B. Becker, A. Hengeler, A. Jank, R.
(gest. 28. Juli) talent, verstanden, das Schramm-Zittau, R. Weise, E. Hegenbarth, Jul. Diez,
deutsche und speziell F. Erler, H. Urban, Georg Schuster-Woldan, W.
das badische Kunstgewerbe, - als Leiterder
ihm anvertrauten Musterschule und als Or-
ganisator der betreffenden Abteilungen auf
den verschiedensten letzten Weltausstellun-
gen, — zu einerglänzenden Entfaltungseiner
Leistungsfähigkeit zu bringen, die auch dem
auf diesem Gebiete verwöhnten Ausland
Staunen und Bewunderung abnötigte. Fast
zahllos sind seine Schöpfungen, die er
stets mit dem vollen Einsatz seiner künst-
lerisch ungemein vielseitigen und begabten
Persönlichkeit ins Leben rief, ebenso zahl-
los sind aber auch die Anerkennungen,
die ihm, dem bescheidenen und liebens-
würdigen, echt künstlerisch empfindenden
Menschen, von überallher in reichstem
Masse zu teil wurden. Hermann Götz
wurde es vom Schicksal nicht allzu leicht
gemacht, zu der Höhe der Kunst, von der
ihn ein jäher Tod herabriss, emporzusteigen.
Zu Donaueschingen 1848 geboren, widmete
er sich anfangs dem Berufe des Litho-
graphen, dann des Dekorationsmalers und
war dann Schüler des bekannten Aquarel-
listen und rheinischen Humoristen, Prof.
Adolf Schrödter in Karlsruhe. Nachdem
er an dem französischen Feldzuge 1870,71
mit Auszeichnung teilgenommen, trat er
in das Atelier von Prof. Ferdinand Keller,
dem er offenbar auch die künstlerischen
Grundlagen für seine ganze Lebenszeit zu
verdanken hat. 1878 wurde er als Professor
und 1882 als Direktor der Badischen Kunst-
gewerbeschule, die er in ein Musterinstitut
umgestaltete, bestätigt. 1890 wurde das
Badische Kunstgewerbe-Museum, seine
Lieblingsschöpfung, der er sich mit ganz
besonderem Eifer und Fleisse hingab, von
ihm eröffnet. Seine letzte künstlerische
That war die höchst gelungene Veran-
staltung der dieses Jahr in Karlsruhe statt-
findenden Deutschen Glasmalerei-Ausstel-
lung, deren Ende er nun leider nicht mehr
erleben sollte. Der Verstorbene wird in
seiner eminenten künstlerischen Vielseitig-
keit und seinem grossen Organisations- und ettore tito wäsche im winde
Lehrtalent wahrlich nicht leicht zu er- Kunstausstellung in Venedig

Uie Kunst für Alle XVI.

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