Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

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-s-SS)- DENKMÄLER

VERMISCHTES <Ö£-*-

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UDAPEST. Am 23. Januar starb hier der Nestor Kommission, darunter des Vorstands jener Bildhauer-
der ungarischen Maler Alexander Brodszky Vereinigung 10000 M. zum Ankauf französischer
im Alter von zweiundachtzig Jahren. Geboren im Bildwerke bewilligt hat, sondern gegen den Leiter
Jahre 1819 in Tö-Almäs, besuchte er die Wiener der staatlichen Skulpturensammlungen zu Dresden,
Akademie 1841 unter Mössmer und Steinfeld, später Geh. Hofrat Prof. Dr. Treu. Man verdenkt es hier
wurde er Schüler Zimmermanns und Voltz' in Mün- den Bildhauern sehr, dass sie den so verdienstvollen
chen. Er war Landschafter ganz im Geiste seiner Leiter der berühmten Sammlung in dieser Weise
Meister und wählte seine Motive hauptsächlich aus angegriffen haben. Wir haben früher schon in
der Umgebung von Budapest. A. T. diesem Blatte auf die Verdienste Treus um das

Albertinum zu Dresden hingewiesen, der darin eine
DENKMÄLER Abteilung moderner Skulptur geschaffen hat, wie sie

nirgends existiert. Ausser etwa fünfhundert Bild-
ERLIN. Der Wettbewerb für das mit einem werken von Rietschel, Hähnel und den späteren
Kostenaufwand von 100000 M. geplante Richard sächsischen Bildhauern1, finden sich darin die
Wagner-Denkmal ist nunmehr ausgeschrieben. Ein- Hauptwerke der französischen Bildhauerschule des
geladen sind alle neunzehnten Jahr-
deutschen Bild- _____ hunderts, ebenso

hauer. Die Frist ^^^^~~~-^=^--~^. hervorragende eng-

zur Einsendung von ^^y<^^ -—\ lische und amerika-

Entwürfen geht bis //. ' ^\ nische Bildwerke
zum 1. Juni. Zu- — '^VfS L-TiSo*. aus dieser Zeit. Die
nächst werden bild- /, - Sammlung ist welt-
nerische Skizzen in // \ berühmt und schon
ein Fünftel der na- /C ,e|p J \\ wiederholt von eng-
türlichen Grösse ge- // :\\ lischen und ameri-
wünscht, die Ur- // \\ kanischen Muse-
heber der zehn // 1 \ umsdirektoren ihrer
besten sollen als- //' \\ Ausstellung und Or-
dann zu einem noch- // \ ganisation wegen be-
maligen Wettbewerb I I : \ sucht, auch in aus-
aufgefordertwerden, II y ländischen Zeit-
bei dem sie im | Schriften gerühmt
Falle einer Beteiii- I fr | worden. Man kann
gung auf alle Fälle In • ■ ./ , es nur schwer be-
mit je 1500 M. ent- \ *•':_ ~l j greifen, dass die
schädigt werden. \ / Dresdener Künstler
Drei Preise (2500, \V" ■ I sich zu einem sol-
1500 und 1000 M.) \V / chen Angriff gegen
sind für die alsdann V Bv Treu herbeilassen
besten Entwürfe be- \\ , , • / konnten.EineSkulp-
stimmt. — Die für \\ -* - / turen-Sammlung,
den 1. April vorge- \N, // die jährlich nur7000
sehene Enthüllung \\, S / Mark zum Ankauf
des Bismarck-Denk- modernerBildwerke
mals von Reinhold ^id. zur Verfügung hat,
Begas ist verscho- ^-^^^ ist ohnehin nicht ge-
ben worden. ' ■---------- eignet zur »Unter-

Entwurf za einer Schweize- DIE FREIHEIT (1S90) Stützung der -hei-

ANZIG. Für ein rischen Erinnerungs-Medaille mischen Bildhauer

hier zu errich- zu dienen, viel we-

tendes Kriegerdenk- nigerdazubestimmt.

mal ist ein Wettbewerb unter deutschen Künstlern Bei dieser Gelegenheit sind übrigens die geradezu

eröffnet worden. Zwei Preise: 1500 und 1000 M., grossartigen Summen an den Tag gekommen, welche

Einlieferungs-Termin für Entwürfe: 30. April. Für die Stadt Dresden in den letzten zehn Jahren für

die Ausführung des eigentlichen Denkmals stehen Plastik aufgewendet hat. Es wurden für Werke von

50000 M. zur Verfügung. Die Bedingungen für den Dresdener Bildhauern nicht weniger als 1 164809 M.

Wettbewerb sind zu beziehen vom Vorsitzenden des ausgegeben. Dabei waren beteiligt: der Dr. Güntzsche

Denkmal-Komitees: Bürgermeister Trampe. Verschönerungsfonds mit 738750 M., Sammlungen

aus der Bürgerschaft 234103 M., städtische Mittel

VERMISCHTES m'f "^^^O M., Tiedge-Stiftung 25500 M. Für Kon-
kurrenzen wurden aufgewendet 100000M., für Bronze-

p\RESDEN. Eine nicht sehr glückliche Eingabe guss 254110 M., für Honorar an Dresdener Bild-

haben vierunddreissig hiesige Bildhauer an hauer 321300 M. *
den Rat der Stadt Dresden gerichtet. Sie fordern darin,

dass die Stadtbehörden ausser den schon bewilligten 1V4ÜNCHEN. In der am 31. Januar abgehaltenen

10000 M. noch einmal die gleiche Summe zum An- "* Generalversammlung des hiesigen Kunstvereins

kauf von deutschen Skulpturen auf der internatio- wurde die Beschlussfassung über die auch in dieser

nalen Kunstausstellung Dresden 1901 bewilligen. Zeitschrift berührten Reformvorschläge hinsichtlich

Sie benutzen aber diese Gelegenheit, um sich der Verlosung und des jährlichen Prämienblattes

energisch gegen den Ankauf fremder Kunstwerke einer neuerlichen, für Ende Februar einzuberufenden

in Dresden zu verwahren. Letzterer Vorwurf richtet Versammlung vorbehalten. Der über das abge-

sich aber nicht gegen die Stadt Dresden, die nur laufene Vereinsjahr erstattete Jahresbericht weist für

auf die energische Befürwortung der Ausstellungs- den Schluss 1900 eine Mitgliederzahl von 5850 nach.

Redaktionsschluss: 2. Februar 1901. Ausgabe: 14. Februar 1901.
Herausgeber: Friedrich Pecht. — Verantwortlicher Redakteur: Fritz Schtartz.
Verlagsanstalt F. Rruckmann a.-g. in München, Nymphenhurgcrstr. fifi. — Rruckmann'schc Kunst- und Rucbdruckcrci in München.

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