Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 16.1900-1901

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-^Sg5> PERSONAL- UND ATELIER-NACHRICHTEN

wird. Dem noch immer unermüdlich thätigen Jubilar Für das hier zu errichtende Denkmal für den
ist vom Grossherzog von Hessen der Professortitel Chemiker August Kekule sind die Bildhauer Robert
verliehen worden. Diez, Hans Everding, Adolf Hildebrand, A. Küppers

(Bonn) und Harro Magnussen zur Beteiligung an
DOM. Der Nestor der römischen Künstler, einem engeren Wettbewerb aufgefordert worden. Zur
Cesare Mariani, ist fünfundsiebzig Jahre alt Ausführung des Denkmals stehen 60000 M. zur Ver-
gestorben. Mariani war s. Z. ein gefeierter Fresken- fügung. Jeder der eingeladenen Künstler erhält eine
und Kirchenmaler und über ein Dutzend hiesiger Entschädigung von 1500 M., der preisgekrönte Ent-
Kirchen wurden von seinem Pinsel ausgeschmückt. wurf soll zur Ausführung bestimmt werden.
Auch als Historienmaler war er — der der alten

Schule angehörte, ohne darum ein fanatischer Gegner DUDAPEST. — Von den nachgelassenen Werken
der neuen Richtung zu sein — mit Erfolg thätig, " des jüngst verstorbenen Malers Alex. Brodtskv
und Werke von ihm befinden sich u. a. im Quirinal. — wurde im Künstlerhaus eine Ausstellung veran-
Ein römischer Künstlerbund soll als Protest gegen staltet, welche im ganzen zweihundertfünfundsiebzig
das Banausentum der Klerikalen und der Süsswasser- (vorwiegend Natur-) Studien enthielt. Die Frische
Liberalen im Gemeinderat gegründet werden. An und Unmittelbarkeit dieser Arbeiten überraschten
der vorbereitenden Beratung nahm alles teil, was in angenehmer Weise Künstler und Publikum; man
Rom an guten Künstlernamen aufweist, und ins war erstaunt von dem zweiundachtzig Jahre alten
Komitee wurden u. a. Ettore Ferrari (Schöpfer des Herrn so frische Arbeiten zu sehen; in weniger als
Giordano-Bruno-Denkmalsl, Bildhauer Monteverde, acht Tagen waren von den ausgestellten Arbeiten
F. Jacovacci .und P. Piacentini gewählt. th. nur mehr vierzehn unverkauft. —Bischof Wilhelm

Fraknoi der langjährige Förderer ungarischer Kunst
D RAUNSCHWEIG. Als Nachfolger Hermann hat vor acht Jahren in Rom ein Haus gebaut, in
tt Riegels wurde zum Direktor des hiesigen welchem die ungarische historische Gesellschaft ein
Museums dessen bisheriger Inspektor, Prof. Dr. Paul Heim fand; der Bischof lässt nun diese Villa zu
Jonas Meier ernannt. dem Zwecke vergrössern, damit darin ungarische

Künstler ein Heim finden und ihren römischen
DONN. Der Kunsthistoriker Geheimrat Professor Studien sorgenlos obliegen können. Bei der Kon-
Dr. Karl Justi wird, dem Vernehmen nach, mit kurrenz der Österreich-ungarischen Bank für Zeich-
diesem Semester seine Lehrthätigkeit einstellen. — nungen "der neuen Kronenbanknoten erhielt den

ersten Preis von 2000 Kronen Ladis-
laus Hegedüs; derselbe wurde auch
mit der endgültigen Zeichnung für die
Hundertkronen-Note betraut. — Bei
der Konkurrenz für einen öffentlichen
Brunnen, für dessen Errichtung der
Ofner Bürger Lud. Millacher 40000 Kr.
testierte, erhielt den ersten Preis und
die Ausführung der Bildhauer Kal-
man Nagv, den zweiten Preis Julius
Donath. — Der Hauptstädtische Magi-
strat hat bestimmt, dass die Epreskert-
gasse von nun an den Namen:
Michael-Munkäcsygasse führen soll.—
Der Bildhauerjunus Donath wurde
damit betraut, das Grabdenkmal für den
einstigen Bürgermeister K. Kammer-
mayer anzufertigen. — Für das Mauso-
leum Ludwig Kossuths wurde vor
kurzem die Konkurrenz ausge-
schrieben; wir entnehmen daraus,
dass die Kosten 300000 Kronen be-
tragen dürfen und dass drei Preise
ausgesetzt sind, und zwar zu 6000,
4000 und 3000 Kronen. Der Gewinner
des ersten Preises wird mit der Aus-
führung betraut. Der Einsendungs-
termin ist der 28. Februar 1902. A. T.

/GESTORBEN: Am 26. Januar der
russische Historienmaler Adolf
Charlemagne; in Stuhlweissenburg
am 27. Februar der russische Maler
Theodor Butkiewitz; in Paris,
einundachtzig Jahre alt der Maler
Charles Francois Jalabert, einer
der letzten Ueberlebenden aus der
Schule Delaroches; in Madrid der
Direktor der Akademie der schönen
Künste, Juan F. Riano; in Koburg
Prof. Alex. Schmidt, der Redakteur
des keramischen Fachblattes -Sprech-

HALFDAN STROM EINE JUNGE MUTTER Saah.

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