Die neue Stadt: internationale Monatsschrift für architektonische Planung und städtische Kultur — 6.1932-1933

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Kleinsthaus der Stadt Stockholm, im Bau. Plankentafelsystem.

Petite maisonnette de la ville Stockholm, en construction sous utilisation

de planches carrees.

Minimum-sized house of the City of Stockholm under construction (plank-
table System).

ten auf den Bauplatz geliefert. Die Arbeit am Bauplatz war dadurch so-
weit vereinfacht, daß die Mithilfe der Siedler bis zu 10 % der Bausumme
herangezogen werden konnte. Hauszinssteuer ist unbekannt. Die übri-
gen 90 % wurden aus einer Beleihungskasse gegen jährliche Amorti-
sation entnommen, die in Form einer Aktiengesellschaft mit städtischer
Majorität organisiert war.

Die Organisation dieses Siedlungsbaues wurde schon nach einem Jahr
einen wesentlichen Schritt vorwärts geführt. Die Stadt ging zur Verwen-
dung fertiger Wandtafeln über. Es hatte sich gezeigt, daß das Sortieren
Zusammensetzen und Einpassen der zugeschnittenen Bauhölzer auf den
weitläufigen Bauplätzen mit ihren geringen Hilfsmitteln für Transport usw.
zwar von ungeschulter Arbeitskraft, aber nur mit großen Zeitverlusten
durchgeführt werden konnte. In der Fabrik ging dies schneller. Es wur-
den jetzt Tafeln für die Außenwände aus gespunteten verschalten Plan-
ken mit Fugendeckeln und fertig angeschlagenen Fenstern und Türen
hergestellt, auch Zwischenwandtafeln, Fußbodentafeln usw. Die Anzahl
der jährlich herzustellenden Häuser wurde dies Jahr von 200 auf 400 er-
höht und die Jahresunkosten („Miete" und Abzahlung) für 2—3 Zimmer-
häuser auf ca. 900 bis 1000 in den ersten 15 Jahren und 800 bis 900 in den
übrigen festgesetzt. Die Kleinhäuser gehören damit vorläufig zu den
billigsten Wohnungen in Stockholm.

Nach dieser zielsicheren Vorarbeit muß der nächste Schritt der Systemati-
sierung die Zusammenlegung der Baustellen sein: Reihenhausbau. Da-
durch kann gerade bei Verwendung von Tafeln die Arbeit am Platz im
großen organisiert werden. Die VerStückelung und Verschattung der mit
steigender Teuerung immer kleiner werdenden Grundstücke kann ver-
mieden werden. Verringerung der Anliegerkosten, Gemeinschaftseinrich-
tungen, Wärmeersparnis.

Diese Konsequenz bleibt jedoch von Seiten der Stadt noch aus, verzögert
durch Scheingefechte der Behörden für die „einzig wahre Wohnform".
„Der Schwede will ein Haus, um das er herumgehen kann." Die mehr
oder weniger offene Tendenz zu Methoden der Selbstwirtschaft kann

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Kleinsthaus der Stadt Stockholm. Grundrisse. Im Erdgeschoß: 1 Zimmer und Küche.
Im Obergeschoß: 1 Zimmer und Küche. Im Obergeschoß: ausbaufähiger Speicher-
raum. Im Keller: Waschküche, Bad, Heizraum, ev. Garage.

La plus petite maisonnette de la ville Stockholm. Plans. Aus rez-de-chaussee: une
chambre et la cuisine. A l'etage superieur: grenier que l'on peut achever. Au sous-sol:
Buanderle, cabinet de bain et eventuellement garage.

Minimum-sized house of the City of Stockholm. Groundplans. On the ground floor:
one room and kitchen. On the upper floor: one room and kitchen. On the top-floor:
Estendible store-room. In the basement: bathroom, room for central heatingstove
and eventually garage.

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