Die neue Stadt: internationale Monatsschrift für architektonische Planung und städtische Kultur — 6.1932-1933

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Chronik der Länder

Schweden

1916 Paulsson : Buch „den nya arkitekturen": Typisierung als soziale
Notwendigkeit. Originalität jeder Einzelarbeit beim „heutigen"
Massenbau undurchführbar.

„Die moderne Form ist die indirekte Frucht der Technik unserer Zeit:
Ingenieurbauten . . . neue Baustoffe: Eisen und Beton" . . . Standard
statt Kunstgewerbe.

1917 Ausstellung von Hausgeräten: Standardmöbel.
11 Dahre Heimatkunst.

1928 Kritik an einem neuen Städtebaugesetzentwurf. Ähren regt an: Be-
freiung des städtischen baureifen Bodens vom privaten Besitzrecht
und Elastizität des Stadtplans.

Ähren : „Der Stadtplan ist heute wie eine alte Gußform, in die
man ein neues Werkzeug gießen soll" . . .

1929 Stadt: Wettbewerb Ladugardsgärdet (ca. 10 000 Wohnungen).
Sachverständige begünstigen „Paradesachen".

1929 Professor Ahlmann treibt stadtgeographische Unter-
suchungen.

Alf Johansson: „Wer kommunale Beihilfen zum Wohnungs-
bau für Wohltätigkeit hält, müßte konsequenter Weise auch die
Straßenreinigung frommen Stiften und die Straßenbeleuchtung der
Armenhilfe überlassen".

1929 Ähren fordert kommunale Aufsicht über den Wohnungsbau und
Bedarfswirtschaft statt freier Konkurrenz und zitiert: „Die vor-
nehmste Aufgabe der Wohnungskampagne der Nachkriegszeit ist
es, einen neuen Standard für die untersten Einkommenklassen zu
schaffen". (Nach E. D. Simon-Manchester.)

1929 Durch starke Sanierung akuter Wohnungsmangel,

Stadt beginnt, billiges Geld, billigen Boden zu vergeben. Mieter-
kontrolle.

1929 G r o p i u s spricht im Architektenverein über Prinzipielles (exklusiv).

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Siedlung Hästholmen Stockholm (s. auch Abb. 1).
Architekten Ekil Sundahl und O. Thunström.

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Siedlung Hästholmen Stockholm (s. auch Abb. 1).
Architekten Ekil Sundahl und O. Thunström.

1950 Zeitschrift „Byggmästaren": Systematische Kritik und
Studium der Stadtplanung. Erfolg:

Stadt: Bauverwaltung schlägt für Kungsholmen erstmalig Streifen-
bau vor (siehe Lageplan).

1930 Ausstellung: Große Stockholmer Ausstellung für Wohnungs-
bau, Kunstindustrie. 12 Einfamilienhäuser, 40 Mietswo'nnungen.
Paulsson: Eröffnungsrede: „Aufgabe der Ausstellung ist es, Ge-
brauchswerte statt Kunst zu zeigen" . .. „für 99 Prozent der Bevölke-
rung ist Raumkultur ebenso sinnlos wie eine Rivierareise".

1950 Presseangriffe: Amerika, England klagen über den Rückgang
des nationalbetonten schwedischen Kunstgewerbes und der „Stadt-
hausarchitektur". Prestige, Fremdenverkehr, Export sind bedroht
durch „den in Amerika längst begrabenen Funktionalismus" . . . .
„deutscher Import" (Prof. Saarinen) mechanistische Unkultur.

1950 Oberbürgermeister Lindhagen: Gesetzesvorschlag
mit Maßregeln „zum Schutze gegen eine Bebauung, die die Schön-
heitswerte einer Stadt zu gefährden droht."

1951 Buch „Acceptera" Asplund, Gahn, Markelius, Pauls-

son, Sundahl, Ähren:
Abwehrstellung als moralisches Postulat, als psychologische Droh-
nung.

„Neue Produktion . . . neues Familienleben . . . neue Wohnung . . .
industrieller Wohnbau . . . Standardisierung".

„Akzeptiert die neue Wirklichkeit: nur dann werdet ihr sie beherr-
schen, greifen und verändern."

Presse: „Acceptera" wird akzeptiert, „Funkis" wird Trumpf.
„Ein lustiges Buch ... in strahlender Kampfeslaune . . . Streiterklä-
rung und Friedensruf zugleich."

Von links trotz der Aesthetik anerkannt, von rechts wegen der
Aesthetik toleriert.

1951 Ähren fordert einheitliche Konzeption der Planung von Wohnung
und Stadt. Zusammenarbeit von Architekt, Bauherr und Stadtbauamt.
Festsetzung der Wohndichte statt eines detaillierten Bebauungs-
planes. Organisation von Großbaustellen.

1951 Bauausstellung Berlin: Erfolg: Sozialdemokratische Stadt-
väter haben Britz entdeckt als „Muster".

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