Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 10.1912

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Die Auktion Kuthe bei Keller & Reiner in Berlin
am 2. Dezember beansprucht insofern ein eignes Inter-
esse, als Auktionen moderner Kunstsammlungen in
Deutschland immer noch zu den Seltenheiten gehören.
Das Resultat war — was aus den zum Teil hohen Preisen
nicht ersichtlich ist — ein wenig befriedigendes. Denn
ein erheblicher Teil von Bildern wurde nach einer künst-
lichen Preissteigerung von den Besitzern zurückgekauft.
Die wirklich abgegebenen Gebote waren in diesen Fällen
nicht ersichtlich. Die eigentliche Sammlung Kuthe, die
durch zahlreiche Bilder aus Kunsthändlerbesitz ergänzt
war, erweckte Interesse und erzielte teilweise gute
Preise. Zu berücksichtigen ist, dass es sich meist um
kleinere Stücke Studienhaften Charakters handelt. Wir
notieren einigePreise: Cezanne, Stilleben 5 r 00; Courbet,
Porträt Bonvin 1800; Daumier, Die Gefangenen 5200;
Derselbe, Gerichtssitzung 1:000; Liebermann, Seiler-
bahn 4500; Derselbe, Judengasse 4200; Derselbe,
Bauernmädchen 2400; RafFaelli, Dorfstrasse bei Paris
3100; Leistikow, Gebirgslandschaft bei Meran 7600;
Liebermann, Stehender Bauer 3^00; Ludwig von Hof-
mann, Frühlingstanz 2650.

Die Gemäldesammlung des Kommerzienrats Adolf
Herbst in Gera wird im Mai bei Helbing in München
zur Versteigerung gelangen (etwa hundert Werke neuerer
deutscher Kunst).

Die Versteigerung der SammlungSturm in ier Galerie
Helbing in München brachte u. a. folgende Preise: Fr.
v. Defregger, Beim Kartenspiel, 8200 M.; Ferd. Hodler,
Der Holzhacker, 6000 M.; J. Israels, Fischerkinder am
Strande, 15000M.; W Leibl,MännlicherKopf, 12500M.;
Fr. v. Lenbach, Bildnis Bismarcks, 24700 M., Theodor
Mommsen,i5 000 M , Selbstbildnis mit Marion, 16500M.;
M. Liebermann, Tuchwalke, 8100 M.; Ed. Schleich,
Gewitterabendstimmung, 6300 M.; K. Schuch, Nacht-
veilchen, 7600 M.; H. Thoma, Schwarzwaldlandschafr,
6700 M.; W. Trübner, Schloss Lichtenberg, 5300 M.;
Fr. v. Uhde, Abschied des Tobias, 7200 M.; Ad.Schreyer,
Wallachische Pferde, 12000 M.

NEUE BÜCHER

Meister der Graphik. Band III. Albrecht
Altdorfer und WolfHuber von Hermann Voss.
Mir 160 Abbildungen auf 63 Tafeln, Leipzig, Klink-
hardt und Biermann. (ion.)

Wenn der grössere Kreis, dem sie zugedacht sind,
die Bände der „Meister der Graphik" aufnimmt, so wäre
das ohne Frage ein erfreulicher Beweis dafür, dass die
Gebildeten einer eingehenderen, mehr in die einzelnen
Erscheinungen und Persönlichkeiten sich vertiefenden
Kunstbetrachtung nicht abgeneigt sind, auch wenn es
sich nicht gerade um Weltberühmtheiten oder Aktuali-
täten handelt. Zweifellos wäre dieser Erfolg so wün-
schenswert wie der Massenabsatz popularisierender Bü-
cher und Büchlein mit Mengen von minderwertigen,
kleinen Abbildungen für die Ausbildung des Kunstver-
ständnisses ist. In der massenhaften Darbietung ge-
ringer Reproduktionen liegt die grosse Gefahr, dass
das Auge, ohne Hoffnung, in dem verschwommenen
Bilde reizvolle Einzelheiten zu entdecken, schnell über
die Blätter hinweggleiret und in der Betrachtung des
Einzelnen zu verweilen verschmäht. Statt den Beschauer
zu fesseln treibt man ihn durch den verwirrenden Über-
fluss des Dargebotenen zur Eile und Hast an. Nur für
den wissenschaftlich Studierenden ist die Vollständigkeit
nötig, die nur andeutende Nachbildung häufig ausrei-
chend, dem Geniessenden ist mit einer strengen Aus-
wahl des Besten weit mehr gedient.

In dem vorliegenden Bande sind die Abbildungen

immerhin so gut, dass das Auge mit Wohlgefallen auf
ihnen verweilen mag. Sie sind in Lichtdruck, fast durch-
gehends in der Grösse der Originale auf leidlich gutem
Papier ausgeführt und können billigen Anforderungen
wohl genügen. Vielleicht wäre aber auch hier weniger
— mehr gewesen. Man wird den Verdacht nicht ganz
unterdrücken können, dass die Adresse an die Nicht-
Fachleute, obwohl sie in der Einleitung unterstrichen
ist, doch nur eine Deckadresse sei für die der speziellen
Interessenten, denen eine solche fast vollständige Zu-
sammenstelluug des Werkes zweier kunstgeschichtlich
wichtigen Meister als Studienmaterial natürlich nur höchst
erwünscht sein kann. In diesem Falle darf aber gewiss
der Zweck die Mittel heiligen und die Hoffnung berech-
tigt sein, dass der Leser des Buches sich nicht mit dem
Durchblättern oder der flüchtigen Betrachtung der Ab-
bildungen begnügen, sondern sich zum Studium der
Kunstwerke selber in den Originalen angeregt fühlen
werde. Der Text des Bandes von Hermann Voss wird
hierzu gewiss das seinige beitragen. Der Verfasser hat
es jedenfalls sehr gut verstanden, die Lust am Studium
der beiden anziehenden Meister, die er behandelt, auch
in denen, die ihnen nicht ein spezielles Interesse ent-
gegenbringen, zu erwecken und den Leser durch eine
knappe, grosszügige Orientierung und durch eine leben-
dige Charakterisierung mit dem Kreise, in dem sie sich
bewegt haben, in Berührung zu bringen.

Paul Kristeller.

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