Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 10.1912

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ALFRED RETHEL, SELBSTBILDNIS, UM 1833

BRIEFE

VON

ALFRED RETHEL

Diepenbend den 15. Novemb. (um 1815).
Liebe Mamsell Koch!

Ihr Brief hat mir viele Freude gemacht, ich wür-
de Ihnen schon längst geantwortet haben, wenn
ich nicht täglich noch in der Schule bei Herrn
Hackländer* ginge, zwar seit dem October nur bis

Anm. d. Red.: Diese Briefe gehören einer Sammlung zum
grössten Teil noch unbekannter Briefe Alfred Rethels an, die
Josef Ponten demnächst im Verlag Bruno Cassirer herausgiebt,
und die die menschliche Eigenart des unglücklichen Künstlers
in einer neuen Weise kennen lehren. Wir drucken einige
Briefe aus allen Lebensepochen in der Originalorthographie ab,
so dass in ihnen gewissermassen ein Querschnitt des ganzen
Lebens gegeben wird. Die äusseren Lebensumstände Rethels
seien zur Erinnerung so mitgeteilt, wie J. Ponten sie in seiner
Einleitung giebt:

„Alfred Rethel wurde geboren am 15. Mai 1816 in Diepen-
bend bei Aachen. 1829 bezog er als Malschüler die Kunst-
akademie in Düsseldorf. 1836 wählte er Frankfurt als Wohn-
sitz und arbeitete unter Philipp Veit im Städelschen Institut.
1843 siedelte er mit Veit ins Deutsche Haus nach Sachsen-
hausen über. Von 1847 bis 1853 war er abwechselnd in Aachen,
Düsseldorf, Dresden, Rom. 185 1 heiratete er. 1852 erkrankteer
an unheilbarem Wahnsinn. Bis 1859 lebte er in der Obhut seiner
Mutter, meistens in Düsseldorf, wo er am 1. Dez. 1859 starb,"

* Der später als Romanschriftsteller sehr bekannt wurde.

Mittag, und den Nachmittag springe ich gerne
herum wenn das Wetter gut ist, oder arbeite in
meinem Gärtchen, welches jetz noch ziemlich grün
ist, auch stehen noch hin und wieder einzelne Blu-
men, ich versetzte mehrere in Töpfe um sie vor der
Winterkälte zu schützen. Zuweilen besuchen mich
meine Schulkameraden Wilhelm Hackländer und
Karl Schwendler, beide gute Jungen, die ich recht
lieb habe, sie specktacklen eben so gerne wie ich,
wenn sie kommen muss meine Rüstung herhalten,
dann bekommt einer das Schwerdt der Andere die
Lanze, und der Dritte einen schönen Bogen, den
mir der Vater von seiner Reise mitgebracht hat,
alsdann spielen wir Krieg Trommeln und Kano-
niren dass es in den Büschen widerschalt. Kommt
aber der Abend dann muss ich mausestille sein, in-
dem Betti* Musik mit Herr Dufhausen macht,
dann bin ich zufrieden wenn ich mich die Zeit mit
Lesen oder Zeichnen verkürzen kann, da verfertigte
* Rethels Schwester.

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