Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 10.1912

Page: 371
DOI issue: DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kk1912/0389
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
1 dieseLeihe/

leutet.

;chne^weit;:

ienwirdemnäc'j,,

Blmein«liieir

ist sehr gestio
sergewesen,(liesr
Dimeren an^.
»en etwa iwmii
l

die Männer sdwE
Otto Lilienfeld ge:
1860, gest. inNen':.

miB
ein?'

se hat nämlich dt:
sein Herc fit II
schlug. "
haftes, I
ler gebo.
Volkskunst n
e populärenA«
ifeld für die Arki-
c gesetzt wurden,1.'
:hen ünteraebK

, , n I i'1_„ Ji

war hier b
ertson. Er si
•ne Neutralität, ir
deau.dieCrf
; die eigentlichen^
ielte„ etwas *J>
jeeinfal*'1"
fr. Er gehörte®

ate Stellung #

,en, deren»""'"
'ände füll^'

Rechne

Rer>»%.

5>

und stellt sich hart neben Manet. Neben Manet. Manet
ist der einzige, der in dieser Renoirausstelhing nicht ver-
liert. Denn es kann nichts Gegensätzlicheres geben als
Manet und Renoir.

Manet streng einfach, männlich, auch in seiner An-
mut. Stark durch die ausgesprochene Nationalität, doch
an eingeführter Kultur reich. Eine Bekrönung nicht nur
französischer Malerei; Renoir biegsam, jugendlich, aber
auch von heldischerKrafr. Rein französisch. Echter—auch
im beschränkenden Sinn des Wortes — als alle andern.
Aber welche Fülle in dieser Natur! Neben ihm er-
scheinen die andern wie Spezialisten. Denn bei ihnen
ist Wissenschaft, bei Renoir Naivität. Mit kindlichen,
paradiesischen Augen, die nichts von Gut und Böse
wissen, sieht er die Welt Und so kühn, mit solcher
Aufrichtigkeit giebt er sich, wie nur ein Kind vermag.
Mit Staunen erfüllt uns diese Kühnheit. Wie kann man
es wagen, einen Körper so zu zeichnen, ein Auge so zu
malen! Wie stark muss das Erlebnis sein, das sich einen
solchen Ausdruck erzwingt. Darum wirkt auch stärker
noch als ihr bestrickender malerischer Reiz die innere
Wahrheit dieser Schöpfungen.

Es ist überflüssig, einzelne Bilder zu erwähnen, be-
sonders Schönes hervorzuheben. Das eben ist die That
dieser Ausstellung, dass sie das Märchen von der Un-
gleichheit Renoirs zerstört, dass sie ihn uns in jedem

Werk verstehen lehrt und uns einen geschlossenen Ein-
druck einer genialen Natur vermittelt. E. H.

Im Künstlerbaus wurde man in der Harrach-Aus-
stellung an die feineren Qualitäten einer vornehmen
Natur erinnert, die nur in einer echten Kunstatmosphäre
hätte zu leben brauchen, um im Bezirk bürgerlicher
Porträtmalerei etwas wie ein Waldmüller zu werden.
Harrach war der Mann, die Tradition der guten Berliner
Bildnismalerei über Magnus hinaus fortzusetzen. Aber
die Jahrzehnte nach 1870 haben dann auch seine sorg-
fältige Kunst trivialisiert. —

Bei Amsler und Rutbar dt waren Radierungen und
Lithographien von Robert F. K. Scholz ausgestellt. Gute,
ehrliche Arbeiten, denen der allgemeine Fortschritt in
den graphischen Künsten zugute gekommen ist. —

In Caspers Kunstsalon stellte der Münchener
Schramm-Zittau aus. Wir kommen im nächsten Heft
kurz darauf zurück. —

Die Ausstellung der Maisch nie Leo von Königs
zeigte ein gutes Niveau. Unter den selbständigen Ar-
beiten waren einige entschieden talentvolle Leistungen.
Es fiel auf, dass der Lehrer weniger als sonst üblich imi-
tiert worden ist. Das bedeutet ein Lob des Lehrers.

K. S.

UKTIONSNACHRICHTEN

BERLIN
Die Versteigerung der Hambur-
ger Sammlung Weber bei Rudolf
Lcpke ist in Berlin zu einer Sen-
sation geworden. Nicht nur den Kunstfreunden, sondern
auch dem weiteren Publikum. Die hohen Preise sind es,
die sensationell gewirkt haben. Man hat in der Presse
Berlin als Kunstmarkt nun gleich neben Paris und Lon-
don gestellt. So unverkennbar der Aufstieg Berlins im
Kunsthandel seit der Auktion Lanna nun auch ist, von
so vielen Seiten Galerieleiter, Sammler und Händ-
ler zur Versteigerung der Sammlung Weber wieder
herbeigekommen sind - bis zur Bedeutung des Pariser
oder Londoner Kunstmarkts hat es noch gute Wege.
Dazu ist noch nicht genug Kunstbesitz ersten Ranges
im Lande. Berlin ist zurzeit recht eigentlich ein Platz
für gute Mittelware. Dass diese mittleren Werke so
ausserordentlich hoch bezahlt werden, ist ein Cha-
rakteristikum sowohl des schnell zunehmenden Wohl-
standes, als auch einer naturgemäss damit verbundenen
Unsicherheit im Wollen und Urteilen der Sammler.
Man kauft noch mehr Namen als Qualität. Auch die

Sammlung Weber war im wesentlichen eine Galerie
mittlerer Qualität. Der Hamburger Grosskaufmann
hat das Unmögliche unternommen, in unserer Zeit
noch eine Galerie aller Meister aller Schulen zu schaffen.
Darum konnte er nur in erster Linie auf Qualität sehen.
Der Vollständigkeit hat er oft das Künstlerische opfern
müssen. Es war darum neben Vorzüglichem und neben
guter Niveaukunst in seiner Sammlung viel Gleich-
gültiges. In Hamburg sind Stimmen laut geworden, die
die Erhaltung der ganzen Galerie für die Stadt forderten.
Lichtwark hat aber durchaus richtig gehandelt, als er
von den 35:0 Bildern nur den zehnten Teil für un-
gefähr dreiviertel Millionen erworben hat. Er hat
das gekauft, was in der erweiterten Kunsthalle dereinst
ein sozusagen idealisiertes Bild der Sammlung Weber
geben wird: eine Gruppe Altdeutscher — Hans Holbein
(Nr. 36 für 17000 M.), A. Dürer (Nr. 37 für 7000 M.,
scheinbar unvollendet und etwas übermalt), H.Burgkmair
der Ältere (Nr.45; für 11500 M.), HansMuehlich (Nr. 58
für 3 1 000 M.), M. Schaffner (Nr. 39 für 26 Joo M.) usw.
— ferner eine Gruppe Holländer — Rembrandt (Nr. 248
für 225000 M. (zuerst von Sedelmeyer gekauft, von

aller»

eine"

ri»C

371
loading ...