Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 10.1912

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CHRONIK

Da in diesem Heft von dem Illustrator Slevogt die
Rede ist, so haben wir eine Originallithographie, die
Improvisation des Märchenmotivs „Sieben auf einen
Streich" beigegeben. SieoffenbartdengemütvollenEsprit
dieses herrlichen Zeichners in glücklichster Weise. Eine
Reproduktion dieses Blattes ist übrigens in Fritz
Heyders Kalender „Kunst und Leben" 1912 erschienen,
der seiner schönen Tendenz wegen bei dieser Gelegen-
heit empfohlen sei.

*

Für den Ankauf von Werken fremder Künstler für
die Berliner Nationalgalerie sind im preussischen Etat
für 1912 vierzigtausend Mark gefordert worden. Ein
neuer Erfolg Ludwig Justis. Nicht so sehr der vierzig-
tausend Mark wegen, sondern weil damit endlich ein
längst nötiger Fond geschaffen ist, weil damit offiziell
anerkannt ist, dass Werke fremder Künstler für die
Nationalgalerie nötig sind. Dieses prinzipielle Zu-
geständnis ist das eigentlich Wichtige.

*

Der Streit um das Bismarck-Nationaldenkmal ge-
hört zu dem Unerfreulichsten, was wir in unsern an
Kunstkämpfen doch reichen Tagen erlebt haben. Un-
fähigkeit und elende Kunstpolitik gehen freilich immer
Hand in Hand. Letzthin hat Max Klinger im „Berliner
Tageblatt" einige Gedanken veröffentlicht, die in dem
Satz gipfeln: „Stellt eure Konkurrenz noch einige Jahre
zurück. Wir sind noch nicht reif". Es sagt also das-
selbe, was wir schon vor einigen Monaten gesagt haben.
(Bd. IX, S. 4J1). Nur sind wir noch skeptischer als
Klinger, insofern wir nicht von „einigen Jahren" zu

reden wagen. Bei dieser Gelegenheit sei ein" Irrtum
berichtigt, der in der Notiz des vorigen Heftes über
dasselbe Thema unterlaufen ist. Nicht Kreis ist der Er-
bauer des Völkerschlachtdenkmals, sondern Bruno
Schmitz. Beim Schreiben hatten wir die künstlerischen
Physiognomien der beiden Pathetiker verwechselt.
Woraus man sehen mag, wie unpersönlich diese Phy-
siognomien allgemach geworden sind. Man hat es bald
gar nicht mehr mit Menschen zu thun, sondern nur
noch mit Monumentalprinzipien, mit einem Pathos, das
ebensowenig difFerenzierbar ist wie Posaunenmusik.

*

Wie wir hören ist die schon von H. von Tschudi
eingeleitete Schenkung von Manets „Frühstück im Ate-
lier" an die Münchener Pinakothek, seitens eines un-
genannten Kunstfreundes soeben erfolgt.

*

Die „Gesellschaft für deutsche Kunst im Auslande"
hat wieder durch Versammlungen, Festessen und Be-
schlüsse von sich reden machen. Der Wert der Bestre-
bungen dieser überflüssigen und schädlichen Gesell-
schaft kann nicht besser gekennzeichnet werden als
A. Lichtwark es einmal gethan hat. Er argumentierte
etwa folgendermassen: will die Gesellschaft schlechte
deutsche Kunst exponieren, so ist sie strafbar, weil sie
damit das Ansehen Deutschlands im Auslande schwer
schädigt; will sie aber die gute deutsche Kunst expor-
tieren, so ist es fast Hochverrat, das was uns am teuer-
sten sein muss künstlich der Nation zu entziehen. Da
haben wir die Frage wie in einer Nuss. Es bleibt nichts
mehr hinzuzufügen.

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