Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 10.1912

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NEUE BUCHER

BESPROCHEN VON

KARL SCHEFFLER

Hans von Marees, sein Leben und sein Werk, von
Julius Meier-Graefe. Erster Band: Geschichte des
Lebens und des Werkes; dritter Band: Briefe und Doku-
mente. Verlag Piper & Co. München und Leipzig 1910.

Max Liebermann, Des Meisters Gemälde in
304 Abbildungen. Klassiker der Kunst in Gesamtaus-
gaben, Band XIX. Herausgegeben von Gustav Pauli.
Deutsche Verlagsanstalr, Stuttgart und Leipzig 1911.

Alfred Rethel, Des Meisters Werk in 300 Ab-
bildungen. Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben,
Band XVII. Herausgegeben von Josef Ponten. Deut-
sche Verlagsanstalt, Stuttgart und Leipzig 191 1.

Die Zeit ist nicht weit, wo auch der ferner Stehende
die Eigenart Meier-Graefes aus der Gesamtheit seiner
Schriften wird ablesen können, wo man es erkennen
wird, dass dieses unruhige Leben nur einer einzigen
leidenschaftlichen Empfindung unterworfen ist und dass
dieser Schriftsteller eine der eindeutigsten und am
wenigsten gebrochenen Persönlichkeiten unserer Zeit
ist. Wenige unter den Heutigen haben sich so kon-
sequent entwickelt. Im Thun und Lassen, im Handeln
und Denken Meier-Graefes wird der Zwan« eines
inneren Schicksals sichtbar. Unter den Kämpfern für
das Echte ist er der Heinrich Percy, der Heisssporn:
willkürlich und unbesonnen in allem, was der Augen-
blick gebiert, streng gebunden aber und besonnen in den

Grundempfindungen. Darum ist, bei aller scheinbaren
Fahrigkeit seines Wesens, viel Logik in seiner Entwicke-
lung. Der ,,Pan", die „Dekorative Kunst", die „Maison
moderne", die „Entwickelungsgeschichte", die Jahr-
hundertausstellung, der „Fall Böcklin", der „junge
Menzel", die Analyse der „großen Engländer", die
Auseinandersetzungen mit Velasquez und Greco und
die aufflammende Liebe für Marees: eines hängt am
andern, wie mit innerer Notwendigkeit. (Ich würde
mir zutrauen, aus der „Entwicklungsgeschichte", den
„Grossen Engländern", „Corot und Courbet", dem „Fall
Böcklin", den Arbeiten über Greco, Marees, Renoir, von
Gogh, Cezanne usw. eine einzige grosse Entwickelungs-
geschichte von sehr bedeutendem, von bahnbrechendem
Wert zu machen, wenn ich mehr als die Hälfte des
Textes streichen dürfte.) Immer hat dieser sich selbst
den Angriffen Darbietende, dieser sich selbst immer ein
wenig Karikierende das Lebendige der Zeit gesucht —
und im Lebendigen das Heroische.

Mit der Leidenschaft für Greco und vor allem mit
diesem Mareeswerk beginnt für Meier-Graefe eine
Periode der Abstraktion. Vor zehn Jahren, als die „Ent-
wickelungsgeschichte" entstand, suchte dieser Schrift-
steller, dem die Kunst, mehr als den meisten anderen,
Lebenssymbol ist, mit einer schönen, jugendlich natura-
listischen Unbefangenheit das Künstlerische, wo immer

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