Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 50.1899-1900

Page: 153
DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1899_1900/0172
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Die kunstgewerbliche Winterausstellung in Wien.

272. (Daiiienschlafzimmer, entworfen und ausgefiihrt von S. Iaray, Wien, (wiener Winterausstellung.)

Keramik, dein Bauernschmuck, den textilen Erzeug-
nissen, wie auch den Möbeln. Sie sind, so oft sie
bei uns aufkamcn, immer Fremdlinge in unserer
städtischen Kultur gewesen, sind gekonmren und ge-
gangen wie die Blöde, ohne je Ausgangspunkt für
irgend eine wesentliche Neuerung geworden zu fein.
Warum aber immer noch neue Versuche in dieser
Art, wo die Geschichte schon gesprochen? Sie bringen
nur Verwirrung in die moderne Bewegung hinein,
wie sie auch den Gesammteindruck dieser Ausstellung
beeiitträchtigen dürften. Ich glaube, unsere Zeit
entwickelt jetzt Phantasie genug, um ohne solche
hergeholte Hilfsmittel zuin ersehnten Ziele zu ge-
langen.

273. Don p. B ii r ck, Darmstadt.

(Die ßunsigewerßkicße Sinter-
aueskekkung in AAen.

der modernen Bewegung, die
seit wenigen Jahren das gesammte
kunstgewerbliche Leben ergriffen
hat, nimmt Wien eine durchaus
eigene Stellung ein. Länger als
in Deutschland hat man hier an
den althergebrachten historischen Formen festgehalten;
es hatte indessen nur eines energischen Mannes, wie
es der Direktor des österr. Museums für Kunst und
Industrie, Hofrat v. Skala, ist, bedurft, um der neuen
Richtung freie Bahn zu machen. Ein günstiger Um-
stand brachte es mit sich, daß zu gleicher Zeit die
Vereinigung „Sezession" der jüngeren Wiener Künstler
uitd Architekten an die Veffentlichkeit trat, und so kan:
es, daß mit einem Schlage ein geschloffenes, künstlerisch
gemeinsames Vorgehen der Kunstkräfte ftattfand.

2\

Jurist und Handwerk. 50. Iahrg. Heft 5.

\53
loading ...