Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 50.1899-1900

Page: 219
DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1899_1900/0244
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Dom Büchermarkt.

liche Rundschau S. 8) enthaltenen Ausführungen. —
Auch die kleineren Vasen von T. Suhrlandt (Abb.
389) suchen ihren Reiz zum Theil in farbig schillern-
den Glasuren, während sie formal einem nicht un-
bedingt gutzuheißenden Naturalismus huldigen.
Technisch etwas vollständig Anderes stellen die Vasen
von Villeroy & Boch dar; man hat es hier mit
bunt gefärbtem Steinzeug zu thun, dessen matte
Glasur dem Material trefflich zu Gesicht steht. —
Den Schluß der Bilder dieses Heftes (Abb. 3flO—H09)
bilden die Pläne zur Bebauung der Aohleninsel in
München, die in dem zugehörigen Texte ihre Er-
klärung finden.

(Vom (KücßermarKt.

atthaei, Dr. Adalbert, Deutsche Baukunst
iin Mittelalter. (8. Bändchen der Sammlung
wissenschaftlich-gemeinverständlicher Darstellungen aus
allen Gebieten des Wissens: „Aus Natur und Geistes-
welt".) Leipzig, B. G. Teubner, f899. — Preis
90 Pfg., gebunden f,f5 Mk. — Populärwissenschaft-
liche Literatur wird heutzutage so viel ausgeboteu,
daß man nicht ohne ein gewisses Bangen an die
hierdurch vielfach gezüchtete Oberflächlichkeit denkt.
Das vorliegende Büchlein unterscheidet sich zu seinem
Vortheil aber gerade darin von anderen ähnlichen,
daß es dem Wesen der Sache auf den Grund geht, —
daß es keine Thatfachen vorträgt, wo die Forschung
noch Lücken aufweist, — daß es mehr Werth auf
die Darstellung des Werdens als auf die Besprechung
des Gewordenen legt. In bündiger, überaus ver-
ständlicher Sprache entrollt der Verfasser — Professor
an der Universität Aiel — die Entwickelungsgeschichte
der deutschen Baukunst, von ihren Vorläufern im
Alterthum beginnend bis zum Schluffe des Mittel-
alters. Das Buch ist so recht geeignet, das zu erfüllen,
was der Verfasser ain Schluffe des Buches als Zweck
desselben ausspricht: „Den Laien Alarheit schaffen
über die fragen der Baukunst und die Aünstler auf
jene Zeiten Hinweisen, in denen die Baukunst der
Ausdruck deutschen Wesens war, und in denen noch
manche entwickelungsfähige Reime ruhen dürften."

6.

Lübke's Grundriß der Runstgefchichre, \2. Auf-
läge, neu bearbeitet von Prof. Vr. Max Semrau.
I. Runst des Alterthums; Stuttgart, Paul Neff, f899>
Preis, gebunden 6 Mk.

Seit dem ersten Erscheinen von Lübke's Ruust-
geschichte (f860) hat das Buch schon zahlreiche Wand-
lungen durchgemacht; keine aber war von so durch-
greifender Art wie diese letzte. Nach dem Tode

282. Entwurf zu einem Silberbecher von ifans Schlicht,
Dresden.

Lübke's (f893) übertrug die Verlagsbuchhandlung
die Sorge für die \2. Auflage dem langjährigen
Genossen des Verstorbenen, Vr. L. v. Lützow, der
aber selbst bald dieser Aufgabe durch den Tod
entrissen wurde. Für den in die Lücke tretenden Be-
arbeiter war es kein leichtes Unternehmen, das bis-
herige Werk lebensfähig zu erhalten und doch dabei
die in Folge der neueren Ruustforschung unaufschiebbar
gewordenen starken operativen Eingriffe vorzunehmen.
Mit dankenswerthem Fleiße hat Semrau sich dieser
immerhin undankbaren Arbeit unterzogen und nament-
lich durch Vermehrung der Abbildungen, sowie durch
Erweiterung des Textes auf eine Werthsteigerung des
Buches hingewirkt. — Die noch ausstehenden drei
Theile des Gesammtwerkes — Mittelalter, neue Zeit,
neueste Zeit — werden voraussichtlich noch im Laufe
des Jahres (je zum gleichen Preise) erscheinen; das
Ganze kann dann auch in einem Bande (zu 20 Mk.)
bezogen werden. N.

2(9
loading ...