Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 50.1899-1900

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Kleine Nachrichten.

Wieweit dies gelingen wird, muß allerdings
die Zukunft lehren, jedenfalls kommen schon
heute viele Gewerbetreibende aus Deutsch-
land nach Men, um Neues zu sehen und
um zu kaufen — und das war wohl lange
nicht mehr gekannt in Men.

Anschließend hieran möchte ich noch
einer kleinen Ausstellung Erwähnung thun,
die zu gleicher Zeit im österreichischen Museum
stattfindet.

Der lvtaat hatte ein Preisausschreiben
für eilt Arbeiterzinrmer hu Verkaufswerthe
von f30 Guldeit erlassen, und die ein-
gelieferten Arbeiten siitd zusammen mit zwei
anderen Preisausschreiben vorgeführt. Aus-
gestellt sind sowohl fertig ausgeführte Ar-
beiten als auch Zeichitungeit. Den ersten
Preis hat ein Entwurf des Kunstgewerbe-
schülers Eumetzberger erhalten, dessen
Möbel aber doch wohl zu kalt und nüchtern
wirken.

Der zweite Preis erscheint inir uitgleich
besser, die Möbel sind in hellgewachstem
Rüsternholz und stammen aus der Möbel-
fabrik von S. Zaray.

Die Möbel find gefällig und nicht zu schwer-
gehalten und gewinnen durch die hübsche, flach-
vertiefte Schnitzerei. Sie sind schön und praktisch
zugleich, und darin liegt ihr ästhetischer Werth, der
sie für eine Arbeiterwohnung besonders geeignet er-
scheinen läßt. (Abb. 292.)

Sehr gut wirkt auch die Arbeit von Pospischil,
dessen Möbel nach unten verbreitert sind und klar
und konstruktiv in der Theilung sind. Ein anderes
Zimmer in grüngebeizter Buche mit röthlichen Lärchen-
füllungen würde gerade durch die Farbenzusammen-
stellung günstiger wirken, wenn dieselben nicht so
stark kontrastiren, sondern mehr zusammenstimmen
würden.

Dann folgt allerdings eine ganze Reihe sehr
wenig schöner Entwürfe, die nicht erwähnenswerth
sind, bis auf einige Zeichnungen, die theilweise sogar
mit viel Geschick gute und neue Formen zeigen.
Diese letzteren Arbeiten stammen fast sämmtlich von
Schülern des Prof, Hoffmann; es ist mit Freuden
zu begrüßen, daß die Berufung dieses Künstlers an
die Kunstgewerbeschule schon nach so kurzer Zeit so
gute Früchte zeitigt.

A. Frdm.-Wien.

In Kupfer getriebener Rahmen von Georg Klimt, Wien.

0/e der wirkt. Größe.)

(Meine (Nachrichten.

(Vereine, Museen, Dchuken, -Ausstekkungen,
MettLewerke <re.

emerkungen zu „Die künstlerische Nlorhlage
der Westerwälder Sreiuzeugindustrie" in Nr.III
d. Bl. (S. 76). Der Verfasser des obenerwähnten
Aufsatzes lenkt in sehr dankenswerther Weise die
Aufmerksamkeit auf einen für jeden Keramiker
interessanten, von der Natur mU den besten Roh-
materialien reich ausgestatteten Laitdstrich, der trotz
einer seit Jahrhunderten in der Töpferei emsig
thätigen Bevölkerung gegenwärtig nicht in der Lage
ist, auch nur bescheidenen künstlerischen Ansordermtgen
genügende Werke hervorzubringen, und bespricht die
Mittel und Wege, durch die eine Aenderung zum
Besseren herbeizuführen wäre. Wenn ich auch mit
den Ausführungen des Verfassers in der Hauptsache
durchaus übereinstimme, möchte ich doch im Nach-
stehenden einige Punkte berühren, in denen ich
anderer Meinung bin.

\. Die Behauptung, daß die Keranrik „in ihrer
Hauptsache Flächenkunst" sei, mag dahin gestellt
bleiben, — für das rheinische Steinzeug trifft sie jedoch

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