Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 50.1899-1900

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Dom Büchermarkt.

687. Glasvasen und Schale; Eisenmontirung nach Entwurf von Franz Ringer
ausgeführt von Rob. Schmid 6c Lo., München. (‘/5 d. w. Gr.) Muster gesch.

deuten der Masse des Materials
gegenüber nicht viel mehr als
ein Kratzen an der Oberfläche,
wobei noch nicht einmal die besten
Sorten berührt worden sind; diese
Brüche geriethen nach dem Nie-
dergange Roms in Vergessenheit,
bis sie zuerst gelegentlich der Er-
bauung des Königspalastes in
Athen (\835) von Neuem er-
schlossen wurden, — allein eine
umfänglichere Ausbeutung verbot
der Mangel geeigneter Verkehrs-
wegs und Verladeeinrichtungen.

Vor einiger Zeit hat sich deßhalb
eine deutsch-englische, kapital-
kräftige Gesellschaft, — im Hin-
blick auf eine bereits geplante
Eisenbahnlinie, und die durch
entsprechende Hafeneinrichtungen
zu erhoffenden Erleichterungen —
die Aufgabe gestellt, das kostbare Material, welches
den sonst üblichen Earrara Marmor durch seinen
wärmeren Ton und seine größere Dichtigkeit und
Transparenz an innerem Werth übertrifft, dein inter-
nationalen Rohmaterialien-Markt zuzuführen. Proben
davon sind bereits feit längerer Zeit in Berlin in
Anwendung gekommen; trotz feinem künstlerisch hö-
heren Werth wird aber der pentelische Marmor nur
dann mit dem carrarischen den Kampf siegreich be-
stehen können, wenn er mit letzterem auch im Preise
wetteifern kann.

(Vom (KüchermarKt.

rutsche Gesellschaft für christliche Kunst.

Iahresmappe f899- (Gratisgabe an die Ge-
sellschafts-Mitglieder. Jahresbeitrag HO Mk.) -
Kommissionsverlag der Herder'schen Verlagshandlung
in Freiburg i. Br.

Der Inhalt der vorliegenden Mappe, welche
die genannte Gesellschaft (Sitz in München) ihren
Mitgliedern bietet, steht mit dem der letztjährigen
auf gleicher Höhe. Sie führt Werke von \7 Meistern
vor Augen in Reproduktionen, die theilweise —
z. B. das Votivbild von Al. Delug — nicht über-
troffen werden können. Architektur, Plastik, Malerei
sind gleichmäßig reich vertreten, in etwas geringerem
Amfang auch die dekorative Kunst; aber was das
Heft mit feinen zwölf Tafeln und feinen l9 Text-
abbildungen bietet, ist gut, zum Theil sogar vor-
trefflich. Die Iurorn — darunter die Künstler

I. Bühlmaun, G. Hauberrisser, A. Heß, I. Floß-
mann, I. Altheimer, G. Fuge! — haben sine ira
et studio ihres Auswähler-Amtes gewaltet und so
eine Sammlung kirchlicher Kunstwerke zusammen-
gebracht, welche den Bestrebungen der Gesellschaft
für christliche Kunst das beste Zeugniß ausstellt. E.

eraldischer Arlas. Eine Sammlung von heral-
dischen Musterblättern für Künstler, Gewerbe-
treibende und Freunde der Wappenkunde, zusammen-
gestellt und erläutert von H. G. Ströhl. 76 Tafeln
in Bunt- und Schwarzdruck nebst zahlreichen Text-
illuftrationen. Komplett in 25 Lieferungen ä j Mk.
Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart. Lie-
ferung ^3—25.

Schon wiederholt hatten wir Veranlassung, das
oben genannte Werk in anerkennender Weise zu be-
sprechen; nun dasselbe zum Abschluß gelangt ist,
können wir mit Genugthuung feststellen, daß es als
Ganzes eine untrügliche Quelle für authentisches
heraldisches Material ist, mag man auch im Ein-
zelnen mit manchen der modernen Wappen rc. nicht
einverstanden sein. Die vorliegenden Hefte enthalten
u. a. prächtige Reiter-, Wappen- und portraitssiegel,
Stickereien, Heroldstrachten, gothifche Schnitzereien,
kirchliche Wappen, Turnierbilder, Beispiele englischer
und französischer Wappenkunde, schweizerische Wappen-
scheiben. Das ganze Werk ist vorwiegend für den
Praktiker zusammengestellt; das Material dafür ist aus
verschiedenen Sammlungen zusammengebracht, vor
nehmlich in Wien, dann in Salzburg, Paris, London,
München, Krakau, Stockholm. Die Brauchbarkeit

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