Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 11.1876

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XI. JcrhrMng.
Heiträgc

sind anvr. C. V. Lützow
(Wien,Theresianunigasse
2S) od. an die Verlasish.
(^Leipzig, KömgZstr. 3),

4. Februar

Nr. 17.

Inserate

Mal gespaltene Petitzeile

1876.

Beibllitt znr Zeitschrist sür bildende Kunst.

Dies Blatt, jede Woche am Freitag erscheinend, erhalten die Abonnenten der „Zeitschrift für bildende Kunst" grnti8; für sich allein bezogen
kostet der Jahrgang 9 Mark sowohl im Buchhandel wie auch bei den deutschen uud österreichischen Postaustaltcn.

Jnhalt: Holländische KunstzustLnde. IV. — Joh. Adam Klein ibavier Steifensaud si. — Düsseldorfer Kunst-Ausstelluugen. — Sitzung der archäolog.

Gesellschaft iu Berlin; Die ,,Vrt linion ol I-onäon"; Die National-Galerie ebenda; Die Arundel-Society; Der Münchener Hauptbahnhof. —
Zeitschriften. — Znserate.

Holtiindische Kunstzustände.

IV.

Ein Beschlnß des Königs Wilhelm III. der Nieder-
lande vom 8. März 1874 lautet im Auszug dahin,
daß er auf Vortrag seines Ministers der inneren An-
gelegenheiten gut gefunden habe, von ihm selbst ernannte
K,ijX8g.6vi86lii'8 zu beauftragen, gefragt oder ungefragt
an die Regierung Berichte zu erstatten in Bezug auf
die Maßregeln, welche zur Erhaltung der für die vater-
ländische Geschichte und Kunst werthvollen Gebäude zu
ergreifen seien; solchen Obfekten nachzuspüren und, so-
serne sie nicht im Privatbesitz besindlich sind, ein In-
ventar von ichnen zu entwerfen; ferner betresfs der
Sammlungen von Geschichts- und Kunstdenkmälern des
Reiches der Regierung Vorschläge zu unterbreiten und
ihr Gutachten zu liefern über diejenigen Neubauten,
welche ganz oder zum Theil auf Regierungskosten zur
Ausführung kommen.

Die Zahl der Hisll8u6vi86iir8 ist anf höchstens
15 festgesetzt, inklusive des vom König zu ernennenden
Sekretärs. Der Minister ist ermächtigt, den Hijll^uä-
vi86uv8 einen oder mehrere 0x2iollk6i--466ll6nullr8 (etwa
Vorsteher-Zeichner) 'zur Verfügung zu stellen, und die
HijX8uävi86ur8, im Jn- und Auslande Korrespondenten
zu ernennen. Selbstverständlich genießen die Hijll^uä-
vi86ur8 Reisediäten und Portofreiheit bei allen Dienst-
sachen.

Die Lifll8llävi86ur8 haben jährlich zum 1. Juni
einen Jahresbericht über ihre seitherige Wirksamkeit dem
Ministerium einzureichen und mit seiner Zustimmung
ihre Geschäftsordnung zu regeln.

Der König ernannte zum Präsidenten der
uävi86ur8 Mr. (Meister der Rechte) C. Fock (den Vor-
gänger des jetzigen Ministers des Jnneren); zum Vize-
präsidenten Herrn C. Leemans (Vorstand des Alterthnms-
museums zu Leyden); zum Sekretär Jhr. Mr. Viktor de
Stuers (Jhr.—Junkheer); zu IIijIl8Äävi86ui'8 die Herren
P. I. H. Cuypers (Architekt), Mr. A. I. Enschedä
(Archivar in Haarlem), Jhr. I. R. T. Ortt (Jnspektor
vom Wasserstaat), den Kunsthistoriker Mr. C. Vosmaer,
den Maler und Archäologen D. van der Kellen, den Archi-
tekten I. Gosschalk. Sekretär ist augenblicklich Jhr.
Hooft van Jddekinge, seither Direktor des Münzeabi-
nets in Leyden. Als Zeichner ist Herr H. M. Tätar
van Elven angestellt, als 0p2ioIit6i'-T66ll6N3ui' Rudolf
Redtenbacher, Architekt.

Ausgeschieden von der Kommission der Hijll^uävi-
86ur8 ist Herr E. Gugel (Professor der Architektur in
Delft) und krankheitshalber hat abgelehnt Herr Maler
I. Weißenbruch.

Es war ein ebenso praktischer Gedanke, als es von
Klugheit zeugte, daß man der neuen Einrichtung durch
Männer der verschiedenartigsten Berufszweige Leben gab;
ein Konsortium von Autoritäten, welche ein so hohes
Ziel verfolgen wie das vorliegende, kann ja nur dann
eine Bedeutung haben, wenn durch dasselbe alle Kanäle
geöffnet werden, durch deren Zusluß die Hebung des
Gesammtniveaus der Kunstinteressen befördert wird, Han-
delte es sich ja doch hier nicht um Fruchtbarmachung
dieses oder jenes Kunstgebietes, nicht um Parteinahme
für diese oder jene Kunstrichtung, sondern um Anregung
nach allen Seiten hin, um Krästigung und Koncen-
tration der Kunstbestrebungen vieler einzelner Personen,

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