Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 43.1932
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https://doi.org/10.11588/diglit.10798#0198
DOI Artikel:
Herder, Johann Gottfried von: Der Schaffende Mensch
DOI Artikel:Michel, Wilhelm: Endformen
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INNEN-DEKORATION
architekt karl d1rnhuber in wien
fensterplatz des herrn in der halle
DER SCHAFFENDE MENSCH
Die Menschen schaffen sich immer mehrere und
bessere Werkzeuge. Sie lernen einander
immer mehr und besser als »Werkzeuge«
gebrauchen. Die physische Gewalt der Mensch-
heit nimmt also zu: der Ball des Fortzutreibenden
wird größer. Die Maschinen, die es forttreiben
sollen, werden ausgearbeiteter, künstlicher, ge-
schickter, feiner. . Denn die Natur des Men-
schen ist Kunst. Alles, wozu eine Anlage in
seinem Dasein ist, kann und muß mit der Zeit
Kunst werden. . Alle Gegenstände, die in sei-
nem Reiche liegen — und dies ist so groß als die
Erde — laden ihn dazu ein. Sie können und wer-
den von ihm, nicht ihrem Wesen nach, sondern
nur zu seinem Gebrauch erforscht, gekannt, an-
gewandt werden. Niemand ist, der ihm hierin
Grenzen setzen könnte, selbst der Tod nicht. Denn
das Menschengeschlecht verjüngt sich mit
immer neuen Ansichten der Dinge, mit immer jun-
gen Kräften. . Eine Erfindung weckt die andere
auf. Eine Tätigkeit erweckt die andere. Oft sind
mit einer Entdeckung Tausend andere Entdek-
kungen, und Zehntausend auf sie gegründete neue
Tätigkeiten gegeben. Hieraus entspringt ein Wett-
kampf menschlicher Kräfte, der immer vermehrt
werden muß, jemehr die Sphäre der Erkenntnisse
und der Uebung zunimmt.......j. o. v. herder.
★
ENDFORMEN? Es gibt im Gerät, im Möbel,
im Bau »Endformen« für eine bestimmte Zeit,
— aber die Zeiten selbst hören nicht auf, sich in
ihren Vorstellungen vom »Besten«, vom »Endgil-
tigen«, vom »Optimalen« zu wandeln. Die Un-
treue des Lebens zum einmal Erreichten ist sein
immerwiederholterHinausgriff insUnendliche. w. m.
INNEN-DEKORATION
architekt karl d1rnhuber in wien
fensterplatz des herrn in der halle
DER SCHAFFENDE MENSCH
Die Menschen schaffen sich immer mehrere und
bessere Werkzeuge. Sie lernen einander
immer mehr und besser als »Werkzeuge«
gebrauchen. Die physische Gewalt der Mensch-
heit nimmt also zu: der Ball des Fortzutreibenden
wird größer. Die Maschinen, die es forttreiben
sollen, werden ausgearbeiteter, künstlicher, ge-
schickter, feiner. . Denn die Natur des Men-
schen ist Kunst. Alles, wozu eine Anlage in
seinem Dasein ist, kann und muß mit der Zeit
Kunst werden. . Alle Gegenstände, die in sei-
nem Reiche liegen — und dies ist so groß als die
Erde — laden ihn dazu ein. Sie können und wer-
den von ihm, nicht ihrem Wesen nach, sondern
nur zu seinem Gebrauch erforscht, gekannt, an-
gewandt werden. Niemand ist, der ihm hierin
Grenzen setzen könnte, selbst der Tod nicht. Denn
das Menschengeschlecht verjüngt sich mit
immer neuen Ansichten der Dinge, mit immer jun-
gen Kräften. . Eine Erfindung weckt die andere
auf. Eine Tätigkeit erweckt die andere. Oft sind
mit einer Entdeckung Tausend andere Entdek-
kungen, und Zehntausend auf sie gegründete neue
Tätigkeiten gegeben. Hieraus entspringt ein Wett-
kampf menschlicher Kräfte, der immer vermehrt
werden muß, jemehr die Sphäre der Erkenntnisse
und der Uebung zunimmt.......j. o. v. herder.
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ENDFORMEN? Es gibt im Gerät, im Möbel,
im Bau »Endformen« für eine bestimmte Zeit,
— aber die Zeiten selbst hören nicht auf, sich in
ihren Vorstellungen vom »Besten«, vom »Endgil-
tigen«, vom »Optimalen« zu wandeln. Die Un-
treue des Lebens zum einmal Erreichten ist sein
immerwiederholterHinausgriff insUnendliche. w. m.