Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 11.1913

Seite: 414
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PETER BEHRENS, DEUTSCHE BOTSCHAFT IN PETERSBURG
DETAIL DER FASSADE

DAS NEUE HAUS DER DEUTSCHEN BOTSCHAFT

IN ST. PETERSBURG

us dem neuen Hause, das Peter
Behrens der deutschen Bot-
schaft in St. Petersburg gebaut
hat, veröffentlichen wir eine
Reihe von Ansichten. Eine
ausführlichere Beschreibung
des Bauwerks können wir lei-
der nicht, wie wir es möchten,
hinzufugen, weil dazu die unmittelbare Anschau-
ung unerlässlich wäre. Lassen sich schon Werke
der Malerei und der Plastik nach Photographien
nicht zuverlässig beurteilen, so ist es noch weniger
bei Werken der Architektur der Fall. Denn in
der Baukunst spricht die Quantität entscheidend
mit. Im besonderen verlangen Bauwerke von
Peter Behrens den unmittelbar sinnlichen Eindruck,
weil der grosse Maassstab der Verhältnisse bei
ihnen den Ausschlag giebt. Die Monumentalität

Behrens' beruht nicht so sehr auf dem Verhält-
nisleben der einzelnen Bauteile als vielmehr auf
dem Eindruck der absoluten Masse. Man kann
darum den Photographien gegenüber nur sagen, dass
sich dieses neue Bauwerk den früheren Werken von
Behrens organisch anschlicsst, dass es sogar eine Stufe
neuer persönlicher Fortentwicklung zu bezeichnen
scheint. Wie man weiss hat der Architekt Behrens sein
Bestes bisher im Nutzbau, im Industriebau, in der
Geschäftshausarchitektur geleistet. Auf diesem Ge-
biet setzt er in freier und schöpferischer Weise die
Geschäftshausgedanken Messeis fort. An anderer
Stelle habe ich schon einmal ausgesprochen, dass
es für die moderne Baukunst der einzig vernünftige
und hoffnungsvolle Weg ist, wenn sie vom zweck-
voll zu Begreifenden, von der Prosa des unmittel-
bar Nützlichen ausgeht, wenn sie zuerst wieder
phrasenlos die Monumentalität moderner Arbeit

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