Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 11.1913

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harrend. Seidl war weniger modern als Hoffmann es ist.
Ein echter Stileklektizist, aber zugleich eine vornehme
Handwerkernatur, ein feiner Empfinder von architek-
tonischen Verhältnissen und ein Charakter innerhalb
seiner Abhängigkeiten. Seidl hat viele Schüler gehabt
und wird noch viele haben; aber er weist nicht neue

Bahnen, er hilft nur ein wenig das Niveau erhöhen
Gebaut hat er vor allem Museen, Bierpaläste und Land-
häuser, in schweren, süddeutsch behaglichenRenaissance-
formen. Er war ein Übergangskünstler, der fortschritt-
lich-konservativ zwischen dem Geist der Kleinstadt, der
Residenzstadt und der Grossstadt stand. K. Seh.

UKTIONS NACH RICHTEN

BERLIN
Bei Lepke gab es die Verstei-
gerung der Skulpturen-Sammlung
des Dr. Ortel aus München. Schon
deshalb war sie interessant, weil
seit der Auktion der Sattlerschen Sammlung des Schlosses
Mainberg keine Spezial-Kollektion dieser Art und dieses
Umfanges die Sammlerkreise in Erregung gesetzt hatte.
Wie sehr ist inzwischen das Interesse für das vernach-
lässigte Gebiet der deutschen Plastik der Vergangenheit
gewachsen! Die Augen, die bisher gen Italien gerichtet
waren, haben gelernt, sich in der Heimat umzusehen.
Es war also nicht verwunderlich, wenn die ganze Korona
der Interessenten bei Lepke versammelt war. In Paris und
London giebt das ein anderes Bild als bei uns; dort, beson-
ders in Paris, giebt es für jedes Gebiet eine ganze Anzahl
von Privat-Sammlern, aber nur ein Louvre. Bei uns nur
wenige Privatliebhaber, dafür aber eine Reihe kleinerer
Museen, die von glücklicher Dezentralisation im Kunst-
sammeln zeugen. Dazu die Händler, grosse und kleine;
die eisten, um die Objekte herauszufischen, deren
Schmuck — oft mehr wie der Kunstwert — ihre reiche
Kundschaft zum Kauf bewegen. Für solche Objekte kom-
men dann natürlich extra hohe Preise heraus. So brach-
ten die „drei Schwestern" 17000 M., „der kleine Georg
zu Pferde" vom Oberrhein 20000 M. Überraschend
war übrigens die Anwesenheit einiger der grossen Pariser
Händler: das Ausland hat der deutschen Plastik bisher
nur ausnahmsweise Interesse entgegengebracht.

Die Perle der Sammlung — und überhaupt eins der
schönsten Werke spätgotischer Schnitzkunst — die
„elsässische Madonna", eine „Klasse für sich", brachte
52000 M. Wie wir hören, gelangt sie auf einem Um-
wege ins Kaiser-Friedrich-Museum. Da gehört sie wahr-
lich hin, und die Zeiten sind hoffentlich vorüber, wo so
herrliche Dokumente deutscher Kunst, wie „la belle
Allemande" und Riemenschneiders „Paar im Betstuhle"
auswärtige Museen schmücken konnten. Schade, dass
nicht auch die „grosse Magdalene" des Leinberger (das
wohl innerlich bedeutendste Stück der Sammlung) in
Deutschland bleiben konnte. Sie brachte 24 000 M. (nicht
zu viel!) und wandert nach Österreich, wohl zum Fürsten
Lichtenstein, mit anderen schönen Stücken. Die beste
der frühen Skulpturen, die „Krönung Maria", sowie den
sitzenden „Kaiser", die grosse bedeutende Gregor Erhart-

„Madonna" und anderes hat sich der Besitzer der Samm-
lung zurückerobert, seiner Sammlung, die er mit soviel
Liebe, man kann sagen: Fanatismus, zusammengebracht
hatte.

AMSTERDAM
Bei Frederic Müller 8c Co. sind Ende Mai sehr
wertvolle Zeichnungen Rembrandts aus der Sammlung
Hesseltine und andere Zeichnungen alter Meister ver-
steigert worden. Wir berichten im nächsten Heft über
die Resultate dieser Auktion.

H. PLEUER, IM ATELIER

STUTTGARTER MUSEUM

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