Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 11.1913

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ANTON MAUVE, ZEICHNUNG
AUSGESTELLT IN CASPERS KUNSTSALON, BERLIN

ZEICHNUNGEN VON ANTON MAUVE

1

A, R-r.

Zeichnungen Von impressionisten sind selten. Nimmt
man Degas aus — der ein rechtes Zeichnertempera-
ment ist — so bleiben nur ganz wenige Künstler zwischen
Th. Rousseau und Monet, von denen uns Zeichnungen
einmal zu Gesicht gekommen sind. Sowohl die Fontaine-
bleauer wie auch der Impressionistenkreis waren so pas-
sionierte Maler, dass sie nur ausnahmsweis einmal zum
Zeichenstift griffen. Auch hierin ähneln sie den alten
Holländern. Darum ist es doppelt interessanr, dass uns
jetzt in Caspers Kunstsalon in Berlin eine Anzahl von
Zeichnungen Anton Mauves gezeigt wurden. Mauve

ist allerdings
Holländer, er
kann nurbedingt
als Impressionist
bezeichnet wer-
den und ist vor
allem ein Künst-
ler nur aus zwei-
ter Hand, ein

Anempfinder;
doch sind seinen
Werken auch
wieder so viele
typische Züge
der neuen fran-
zösischen Kunst
eigen, dass man
ihn, ebenso wie

ANTON MAUVE, ZEICHNUNG
AUSGESTELLT IN CASPERS KUNSTSALON, BERLIN

seine Landsleute Jakob und Wilhelm Maris, Mesdag und
Israels, sehr wohl dem Kreis der Impressionisten zuzählen
kann. Sein Impressionismus ist bei weitem nicht so
national umgestaltet worden, wie der von Israels in
Holland oder gar wie der Liebermanns in Deutschland;
es liegt über seinem Impressionismus ein direkter
Widerschein von der französischen Kunst her. Was
daran holländisch anmuthet ist eigentlich nur das eng
Bürgerliche, das Genrehafte und Dünne. In seinen Zeich-
nungen aber ist er freier geworden; als Schwarz-Weiss-
Künstler hat erein entschiedeneres Profil denn als Maler.

Man spürt es,
dass er vor allem
von dem Zeich-
ner unter den
Fontainebleau-
ern herkommt,
von Millet. Er
hat aus Millet —
und ein wenig
aus Corot und
Daubigny — das

lyrisch Sach-
liche gewonnen,
die Kunst, dem
zufällig Profanen
Stimmung zu
verleihen und
unscheinbare

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