Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 11.1913

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MAX L1EBERMANN, PLATZ IN HARLEM

DEUTSCHE MUSEEN MODERNER KUNST

in

DIE BREMER KUNSTHALLE

VON

KARL SCHEFFLER

ic Bremer Kunsthalle ist in den
letzten Jahren in die Kunstdebat-
ten der Zeit hineingezogen wor-
den. Oder vielmehr, ihr Leiter,
Gustav Pauli, ist oft angegriffen
worden. Das ist aber dasselbe.
Denn die städtische Kunstsamm-
ung Bremens steht so sehr als Paulis That da, dass
der Mann nicht von seinem Werk, das Werk nicht
von seinem Schöpfer zu trennen sind. In Bremen ist
es ähnlich wie in Hamburg, mit dem Unterschied
nur, dass die Kunstsammlung der kleineren Hansa-
stadt weniger umfangreich ist. Auch Pauli gehört
S. a. „Kunst und Künstler", X, S. 3 und XI, S. 17.

mit Bewusstsein dem neuen Typus des modernen
Galerieleiters an, von dem Hugo von Tschudi in
seiner Vorrede zum Katalog der Sammlung Nemes
gesprochen hat; auch dieser Verwaltungsbeamte
organisiert und reorganisiert seine Sammlung nach
einem neuen Prinzip. Doch man sollte vielleicht
gar nicht von einem Prinzip sprechen, obgleich
man wahrnehmen muss, dass in den Kunsthallen
Hamburgs und Bremens, in der Nationalgalerie
Tschudis und noch in einigen anderen deutschen
Museen moderner Kunst dieselben Grundgedanken
immer herrschen und dass die Leiter aller dieser
Museen eigentlich dasselbe wollen und thun. Das
„Prinzip" besteht allein darin, dass sich alles Prin-
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