Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 39.1928

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INNEN-DEKO RATION

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»DIE NEUE MELODIE

«

KAMIN MIT GITTER

Sun.light, air, art!« »Sonne, Licht, Luft,
Kunst!« Diese Vierklang-Melodie ist jetzt
auch von einem großen Kaufhaus in New-York
zur Propagierung der ausgestellten neuzeitlichen
Räume aufgenommen worden. . »Es gilt, ein freies
Verhältnis zu Luft und Licht, zur Sauberkeit und
neuzeitlichen Lebensführung zu gewinnen, — mög-
lichst wenig Überkommenes sich eindrängen zu
lassen zwischen uns und unsere neuen Lebens- und
Glücks-Möglichkeiten«. . »Offensichtlich«, so be-
merkt dazu ein amerikanisches Fachblatt, — »ist
es in unserer Zeit der kurzen Röcke, des Haar-
schnitts, der Wolkenkratzer-Wohnungen nicht stil-
gemäß, vom Anblick babylonischer Turmbau-Profile
sich in der Wohnung zum Anblick eines Directoire-
Sofas oder eines vergoldeten Louis XIV Sessels
hinzuwenden. Die moderne Großstadt hat keinen
Platz für Romantik; sie hat das Recht, ihren eig-
nen Stil auszubilden. Klimatische Verhältnisse
haben auf moderne Einrichtung keinen Einfluß mehr,
wir benötigen heute nicht mehr die schweren Stoffe
und Möbel, die ursprünglich zur Abwehr der Win-
terkälte dienten; wir haben völlige Freiheit, unsere
Stadtwohnung so luftig, so bewegt und amüsant zu
gestalten, wie es uns gefällt. . Man kann mit Be-
stimmtheit prophezeien, daß die neuzeitliche Ein-
richtungs-Art gewaltig zunimmt, bevor sie einer
neuen Mode weicht. Ihr Ende ist nicht abzusehen, im
Gegenteil, wir befinden uns gerade am Anfang«. .
In einer Zeitschrift aus Tokyo sind ständig die neuen
europäischen »Flachdach-Häuser« abgebildet. Die
neue Melodie erklingt: im Osten wie im Westen. . l.

TCH LIEBE die Glä-
X ser, die Gefäße,
deren Linien den wie-
genden Bewegungen
der Hüften und der
Brust, den menschli-
chen Profilen gleichen,
gebieterisch und sug-
gestiv.« »Ich liebe die
Geräte, deren Urform
keiner Zeit unterwor-
fen ist, Spaten, Beil und
Sichel, die ewigen For-
men des Pfluges und
des Kahns«. »Ich liebe
die ganze Reihe der
Saiten-Instrumente, die
seit alter Zeit sich be-
mühen, eine vollendete
Form zu finden, um den
Ton einzuschließen;
wie es die Blumen nie
aufgeben, zur Aufbe-
wahrung ihrer Düfte ein
immer vollkomme-
neres Gefäß zu bil-
den.« . H.VAN DE VELDE. ARCH1TEKTEH OTTO BREUER, ALBERT LINSCHÜTZ IN WIEN. RUHEBETT IN EINEM SCHLAFZIMMER
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