Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 39.1928

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DAS 40JÄHRIGE VERLAGS-JUBILÄUM

DES HERAUSGEBERS ALEXANDER KOCH

Zum vierzigjährigen Verlags-Jubiläum sind dem Jubilar
aus aller Welt Äußerungen der Sympathie und An-
erkennung zugegangen. An die tausend Briefe und Tele-
gramme aus Deutschland, Osterreich, Ungarn, Schweiz,
Holland, Frankreich, Belgien, England, Amerika legen
Zeugnis ab von der Ausdehnung des Gebietes, das von
der lebendigen Arbeit des Verlages Alexander Koch

erreicht wird.......................

Reichsminister von Keudell und der Reichs-
kunst wart sandten folgende Glückwünsche:

»Dem bahnbrechenden, den Interessen der Kunstför-
derung und der Ausbreitung künstlerischer Kultur die-
nenden Herausgeber und Verleger sendet zum 40 jährigen
Jubiläum herzlichste Glückwünsche............

reichsminister ton keudell.

»Aus eigener produktiver Kraft heraus haben Sie in
einer Zeit zunehmender Trennung zwischen dem Künst-
ler auf der einen Seite und der Allgemeinheit auf der
andern Seite die Stelle eines Vermittlers übernommen.
Sie konnten es, weil Sie aus praktischer Arbeit für die
Gestaltung des Innenraumes hervorgehend, in der Kunst
nicht das Einzelne sehen, sondern die Einheitlichkeit und
innere Zusammengehörigkeit der Kunstwerke, der Woh-
nung und der Gebrauchsgegenstände erstrebten. Sie
konnten es aber auch deshalb, weil Sie ein Gefühl für
die Aufgaben des Auftraggebers und des Erwerbers von
künstlerischen Werten hatten. Deswegen haben Sie in
Ihren Zeitschriften eine Gemeinschaft gebildet und eine
Brücke zwischen der Kunst und dem Leben geschlagen.
Hierin sehe ich die Bedeutung Ihrer Persönlicbkeit und
Ihres Werkes, und ich bin überzeugt, daß das freudige
Nachdenken über Ihre Wirksamkeit, wie es der festliche
Tag allen mit Ihrer Tätigkeit Verbundenen bringt, den
vorbildlichen Wert solcher Arbeit weiten Kreisen ersicht-
lich hinstellen wird. Und so wünsche ich Ihnen eine
lebendige, Ihren Absichten entsprechende Weiterentwick-
lung Ihrer so wertvollen Pläne..............

der reichskunstwart redslob.


Aus der gewaltigen Zahl der Persönlichkeiten und
Behörden, der Künstler im In- und Ausland, die mit
Glückwünschen oder Erinnerungs - Gaben den Jubilar
geehrt haben, seien einige hier genannt: Pechstein, Hofer,
Seewald, Eberz, Unold, Troendle, Gampp, Walser,
Preetorius, E. R. Weiß, Sintenis, Nauen, Kainer, Ludw.
v. Hoffmann, Orlik, Wackerle, Schwalbach, Schrimpf,
Kanoldt, Schinnerer, Unger, Löffler, Vetter, Püttner,
Schülein, Klimsch, Hitzberger, Thöny, Lörcher, Elkan,
Scharff, Antes, Wende, v. Stuck, S. Bernheimer. Bruno
Paul, Behrens, Straumer, Kaufmann, Laeuger, Ludwig
Hoff mann, Bertsch, Grießer. Van de Velde, Berlage
Amiet. Utrillo, Kogan, Kars, Valadon, Josef Hoff-
mann, Oskar Strnad, Josef Frank, Hanak, Teschner,
Jos. Aug. Lux, Wlach, Gorge, Witzmann, Wieselthier,
Lilly Jacker, Powolny, Lobmeyr, Koloman Györgyi,
Huber, Faistauer. Wiener Sezession, Wiener Werk-
stätte, Osterreich. Werkbund, Österreichisches Museum
für Kunst und Industrie, Sezession Graz u. a. Eine
Gruppe Wiener Künstler hat für den Jubilar eine Wid-

mungsmappe zusammengestellt, worin jeder mit einem
künstlerischen Blatt vertreten ist. Weiter sind zu nennen;
Die Kunst Gewerbeschulen Berlin, Hamburg, Stuttgart,
Offenbach; die Bibliotheken der Techn. Hochschulen
Darmstadt und Hannover, Deutsche Bücherei—Leipzig,
Staatl. Akademie für Buchgewerbe—Leipzig, Wallraf
Richartz-Museum, Hess. Gewerbemuseum, die Verlage
Ullstein, Scherl, Reichl, Brockhaus; der Verein deut-
scher Zeitungsverleger, Redakteur und Schriftsteller -
verband, Hauptverein Deutscher Tapetenhändler, Ver-
band deutscher Linoleumhändler u. a. m., Staatl. Por-
zellan-Manufaktur Meißen und Berlin. Herbert Eulen-
berg, Cornelius Gurlitt, Wilh. Hausenstein, Max Osborn,
Walter Georgi, Willi Wolfradt, Paul Westheim, Otto

Ernst Sutter, Pazaurek, Kuhn, Pfister u. a........



Der rheinische Dichter Herbert Eulenberg sandte
folgendes Gedicht:

FÜR ALEXANDER KOCH

»Factis non verbis!« heißt sein Losungswort,
Mit dem er Schritt für Schritt durchs Dasein ging.
Der Kunst ein Diener, trug's ihn fort und fort,
Dem Schönen nach, dran seine Seele hing.

Wie manches fing er ein auf seiner Bahn:
Dort einen Kelch, hier eine Stickerei,
Da eine Kette, fein wie Filigran,
Dort eine weich getönte Weberei.

Die Wände unsres Hauses, das uns wärmt,
Hat er mit Bild und Rat uns ausgeziert,
Und in dem Wahn, der Hast, die uns umlärmt,
Uns unser Heim als unsre Welt formiert.

Den Künstlern stets ein Freund, hat Aug' und Ohr,
Er allem Neuen, was da kam, geschenkt,
Und den, der tiftelnd, grübelnd sich verlor,
Sanft väterlich zum Nützlichen gelenkt.

Sei heut an des Verlages Ehrentag

Drum sein gedacht und gern auch ihm gedankt

Und jener Kunst, der jeder folgen mag,

Die schmückend sich durch unsre Tage rankt.

Der ist den Kranz wohl wert, den man ihm flicht,
Der ihn und alles, was da schimmert, liebt,
Und über unsern Sorgen, unsrer Pflicht
Sich ganz der Schönheit zum Vasallen gibt.

herbert eulenberg.

Aus Briefen und Telegrammen an den Jubilar:

»Ihr Unternehmen hat eine 40jährige Geschichte,
und diese Geschichte gehört dem Zusammenhang des
deutschen Geisteslebens der Epoche an ausgezeichneter
Stelle an. Ihr Blick, Ihre Energie, Ihre Liberalität sind
die Mitte der Geltung, deren die Arbeit des Hauses
Alexander Koch sich mit Recht erfreut. Möge das Auf-
gebaute unter seinem Schöpfer eine weitführende, reiche

Zukunft haben.«.........dr. wilh. hausenstein.



»Dem Kämpfer für alles moderne Lebendige wünscht
weitere tatkräftige Jugend in Dankbarkeit.« oskar strnad.
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