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Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 39.1928

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https://doi.org/10.11588/diglit.11738#0195

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172

INNEN-DEKORATION

ARCHITEKT LEO NACHTLICHT-BERLIN. HALBRUNDE NISCHE MIT KLEIHER BÜCHEREI IN EINEM ANKLEIDEZIMMER

»DAS UNLIEBSAME« drängung des subjektiv als unliebsam Empfundenen«

eben nur eine Geste ist, die das Objekt nicht in Wirk-

Wo es anfing, läßt sich kaum feststellen. Aber dann lichkeit auslöscht, sondern bloß im Bilde. . Es ist wohl
nahm die Unart zu. Man sah es in kleinen Ten- auch ein wenig Bösartiges und Häßliches in diesem un-
denz-Schriften, dann auf einem Plakat, jetzt wieder in beherrschten Eingriff in ein Abbild, — ein wenig ata-
Zeitschriften: »Durchstrichenes«, mit einem Diagonal- vistische »schwarze Magie«: der Wunsch der Ver-
oder Andreas-Kreuz mehr oder minder affektmäßig nichtung und zugleich das Bekenntnis einer gewissen
»ausgestrichene Wohnräume, Häuser, Tür- Ohnmacht.. Früher wurden in solch schwarz-magischer
klinken, Oefen«. Und daneben die Abbildung dessen Absicht Bildnisse unliebsamer Nebenbuhler »durch-
was an Stelle des Ausgelöschten »gelten« soll. . Es ist, stochen«, in der Absicht, magisch zu vernichten. Jetzt er-
gelinde gesprochen, eine Unart, eine kindliche Unart, folgt diese Aktion »coram publico«. Eine gewisse Sug-
dieses »Durchstreichen« des Unliebsamen. Kindlich des- gestion übt solche »negative Propaganda« wohl auf naive
wegen, weil diese atavistisch-infantile Geste der »Ver- Gemüter aus. Eine Zeitlang. Aber wie gesagt, es ist ein
 
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