Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 39.1928

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INNEN-DEKORATION

ARCHITEKT Dr. ARMAND WEISER-WIEN SCHREIBSCHRANK IM HERRENZIMMER H.W.

Tanzsaal, sollte, einem Wunsch der jungen Haus-
herrin entsprechend, aus dem Material-Reichtum
und den leichten Dekorationsformen der Rokokos
entstehen, ohne den Geist von heute vermissen zu
lassen. Die Stuckaturungen, sowohl die gezogenen
Leisten als auch die angetragenen figuralen Stücke
sind leicht farbig behandelt. Sie scheinen dem
Salon und insbesondere dem Couloir zwischen
Salon und Herrenzimmer die gewünschte Wirkung
von Fülle und Reichtum zu geben, ohne die Räume
irgendwie durch ihre Erscheinung zu belasten.

Das Speisezimmer ist bis zu einer Höhe von
250 cm mit dunkelgebürstetem Pyramidenmahagoni
verkleidet; die Ledersitzmöbel sowie die Vorhänge
in starkem Blau, die Beleuchtungskörper Messing
blank poliert. Der große Lüster sitzt auf einem
mit figuralemund bemalten Stuck eingefaßtenFelde.
Das Serviertischchen enthält vier mit Galalith
belegte Platten, deren Einfassung Auflage und

Handgriff zugleich ist. Das Herrenzimmer in
dunkel kaukasischem Nußholz ist matt gewichst,
die Beleuchtungskörper Nickel glanzpoliert. Es
dient in der Hauptsache als Spiel- und Rauch-
zimmer, daher genügt der aufklappbare Sekretär.

Die Anrichte enthält zwei große Schränke,
deren Decken mit perforiertem Blech versehen
sind, um dem im obersten Abteil aufbewahrten
Einsiede-Obst die nötige Luftzufuhr zu verschaffen.
Von der Halle führt eine verhältnismäßig breite
Holztreppe in das oberste Stockwerk und zwar in
einen geräumigen Vorplatz, der gegen das Früh-
stückszimmer offen ist und einerseits zu den Wirt-
schaftsräumen, andrerseits zu den Schlaf zimmern
führt. Stiegengang und Vorplatz sind vom Maler
Otto Schatz in leicht japanisierenden Manier an
Wänden und Decken bemalt, während die Wände
des Frühstückszimmers mit leichtem Schmuck
aus Ranken, Blumen- und Vogelwerk versehen sind.
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