Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 11.1913

Seite: 184
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Eine besondere Erwähnung verdient endlich auch
das von M. Thieme herausgegebene erste zuverlässige
„Allgemeine Lexikon der bildenden Künstler von der
Antike bis zur Gegenwart" (E. A. Seemann). Es liegen
freilich erst wenige Bände dieses sehr umfangreich ge-
planten Werkes vor.

Thieme, Ulrich. Allgemeines Lexikon der bilden-
den Künstler. V. Band. (Brewn—Carlinger) Leipzig, E.
A. Seemann 1911.

Das Vorwort des vor kurzem erschienenen V. Bandes
des Lexikons der bildenden Künstler kündigte zwei
wichtige Veränderungen im äusseren und im inneren
Betriebe des grossen Unternehmens an. Das Werk ist
aus dem Engelmannschen Verlage in den von E. A. See-
mann in Leipzig übergegangen, dessen langjährige Er-
fahrungen gerade auf diesem Gebiete der Arbeit sicher
sehr förderlich sein werden. Ferner ist Professor Becker
von der Leitung zurückgetreten, so dass Professor
Thieme von nun an allein die Redaktion führen wird.
Die Verdienste der Begründer und Leiter des neuen
Lexikons sind allseitig und häufig anerkannt worden.
Es scheint mir aber dennoch nicht überflüssig zu sein,
bei dieser Gelegenheit die aufopfernde Arbeitsfreudig-
keit und Ausdauer besonders Professor Thiemes, dessen
liebenswürdige Geduld und redaktionelle Geschicklich-
keit wohl von jedem Mitarbeiter des Werkes bewundert
worden ist, rühmend hervorzuheben. Nicht weil die
Person des Lobes bedürfte, sondern weil diese seltenen
Eigenschaften des selbstlosen Leiters ebenso wie die
Mittel und das Ansehen des Verlages die Gewähr dafür
bieten können, dass das Unternehmen so vorzüglich und
schnell als möglich weitergeführt werden wird. Nichts

kann dem Erfolge eines solchen, naturgemäss eine lange
Zeit erfordernden Werkes schädlicher sein als der Zweifel
an der Wahrscheinlichkeit oder gar an der Möglichkeit
seiner Fertigstellung in absehbarer Zeit. Der Umfang
der ersten drei Buchstaben des Alphabets könnte frei-
lich den Abschluß in eine graue Zukunft zu rücken
scheinen, wenn wir nicht aus der Erfahrung wüßten,
dass diese drei ersten Buchstaben unverhältnismässig
reichhaltiger sind als alle folgenden, mit Ausnahme des
S. In dem grossen alphabetischen Autorenkatalog der
Kgl. Bibliothek zu Berlin z. B. füllen die Buchstaben
A bis C mehr als 300 Bände von ungefähr 1400. Sie
enthalten also nicht den ?>., sondern mehr als den y.Teil
des ganzen Stoffes. Zu beachten ist auch, dass dank dem
grossen Fleisse des verstorbenen Laban und vor allem
durch die jahrelange vorbereitende Thätigkeit Thiemes
und Beckers die grundlegenden Vorarbeiten so weit ge-
führt sind, ihre Vervollständigung so gut und sicher
organisiert ist, dass die Ausarbeitung der einzelnen Ar-
tikel durch die zahlreichen Mitarbeiter und durch das
Bureau ohne Unterbrechung verhältnismässig rasch fort-
schreiten kann. Das System der Arbeit ist so festgelegt
und unter den Augen des kenntnisreichen und umsich-
tigen Leiters ein Stab von tüchtigen jüngeren Redak-
teuren herangebildet worden, die die Zukunft des Un-
ternehmens in dieser Beziehung so viel als möglich von
der einzelnen Person unabhängig machen. So tritt
das Werk, das sich bald unentbehrlich gemacht haben
wird, mit den besten Aussichten in die neue Phase seines
Daseins. Der VI. Band ist für den Februar angekündigt
worden, dem die weiteren in noch kürzeren Zwischen-
räumen als bisher folgen sollen. Paul Kristeller.

Hand- und Inschrift-Alphabete von Edward
Johnston mit 5 Tafeln. Klinkhardt & Biermann,
Leipzig.

Friedrich Freksa, Phosphor. Mit 25; Zeich-
nungen von Emil Preetorius. Georg Müller, München
1912.

B. Haendcke, Entwicklungsgeschichte der
Stilarten. Ein Handbuch mit 360 Abb. Verlag Vel-
hagen &: Klasing, Leipzig 1913

LISTE EINGEGANGENER BÜCHER

M.Schröter, Michelangelo. Im Xenien-Ver-
ag, Leipzig 191

Allerlei Geister. Gedichte und Erzählungen
von AugustKopisch. Mit Bildern von Rolf von Hoerschel-
mann. Martin Mörickes Verlag, München.

Möbel, ein Handbuch für Sammler und Liebhaber
von Robert Schmidt, mit 189 Abbildungen. Berlin, Rieh.
Carl Schmidt & Co.

Geheimnis und Offenbarung der Schönheit,

Robert Michel, Fahrren in den Reichs- von Karl L. Swoboda. Carl Dunckers Verlag, Berlin,
landen. Bilder und Skizzen aus Bosnien und der Der Maler Frank Buchser, von Jules Coulin, bei

Herzegovina. Mit 25- Zeichnungen von Max Bucherer. Helbing &: Lichtenhahn, Basel 191 2.

ELFTER JAHRGANG. DRITTES HEFT. REDAKTIONSSCHLUSS AM l6. NOVEMBER. AUSGABE AM I. DEZEMBER NEUNZEHNHUNDERTZWÖLF

REDAKTION: KARL SCHEFFLER, BERLIN; VERANTWORTLICH IN ÖSTERREICH-UNGARN: HUGO HELLER, WIEN I

VERLAG VON BRUNO CASSIRER IN BERLIN. GEDRUCKT IN DER OFFIZIN VON W. DRUGULIN ZU LEIPZIG
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