Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 21.1923

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FRANCESCO GUARDI, S. MARIA DELLA SALUTE

DIE AUSSTELLUNG ITALIENISCHER KUNST DES
XVII. UND XVIII. JAHRHUNDERTS
IM PALAZZO PITT1 ZU FLORENZ

VON

WALTER FRIEDLAENDER

Uber tausend Gemälde des italienischen Barock
und Rokoko — des Sei- und Settecento —
haben in den Prachtsälen des Pitti - Palastes ihren
Platz gefunden. Der naive Beschauer, der aus
der angrenzenden altberühmten Sammlung, in der
die Ruhe und Ausgeglichenheit der klassischen
Hochrenaissance-Kunst den Ton angibt, in die
neugeöffneten Ausstellungssäle tritt, wird zunächst
verwirrt durch den Lärm, durch die Aufregung,
die hier von den Wänden herabtobt. Er sieht

sich einer Unzahl von Werken gegenüber, denen
er sonst in den Galerien als „Maschinen" ver-
ächtlich den Rücken gedreht hat. Die neue posi-
tive Einstellung, die dem Publikum zugemutet
wird, nachdem es Quattrocento, Gotik und alles
mögliche hat schlucken müssen, ist vorläufig noch
recht kunsthistorisch gefärbt. Ich glaube nicht,
daß durch diese Riesenschau, zu der auch die
Länder außerhalb Italiens beigetragen haben, sehr
viele neue Freunde (unter denen, die mehr auf

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