Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 39.1928

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INNEN-DEKORATION

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fr. hitzbleck, edmund schaff-düsseldorf wohnhallf. ausführung: l.ernst-düsseldorf

stelle; dazu gelbe Möbelbezüge, ein riesiges, gelbes Man verläßt die Ausstellung mit dem Gefühl,
Sofa im Alkoven; die Wände weiß; der Boden über die Kräfte, Gedanken und Temperamente,
schwarzund weiß aufgeteilt, mit blauem Teppich; in die den heutigen deutschen Innenbau beherrschen,
der Ecke hohe, bis zum Boden reichende Fenster. Maßgebendes erfahren zu haben. Man vermerkt
Im Musikraum von Bernhard Pf au - Düsseldorf es mit Genugtuung, daß namentlich auch die Möbel-
(S. 292): eine lange Sofabank mit vielen Kissen, industrie ihre frühere Ausstellungs - Freudigkeit
eine großeTüllstickerei, eine Keramik vonLaeuger. zurückgewonnen hat. . Die Gesamtleistung ist
Im »Wohnraum eines Landhauses« von Hans Heinz durchaus achtunggebietend; eine gewisse innere
Lüttgen-Köln (S. 308J erstrecken sich die großen Verwandtschaft der verschiedenen Lösungen liegt
Fenster über die ganze Vorderwand. Die assym- unverkennbar vor, worin deutlich wird, daß hier
metrische Anordnung der Möbel (Palisander und mehr gegeben ist, als eine Betätigung zusammen-
kaukas. Nußbaum, Sessel mit Bambusstäbchen) er- hangloserlndividualitäten. Wichtigistinsbesondere
gibt Zwanglosigkeit und Variabilität der Wirkung, die Feststellung, daß sich hier die kunsthandwerk-
Die Wohnhalle von Hitzbleck und Scharf liehe Tradition, die neuerdings vielfach in ihrem
(S. 288—289) hat schwere Möbelformen, Steinboden Fortleben angezweifelt wurde, als tragfähig erweist
mit Perserteppich. Auch hier zeigt die Wand auch für die Aufgaben und Lösungen der Gegen-
wenig Belebung, wie überhaupt in der Ausstellung wart und der nächsten Zukunft. Darin liegt die
das Bestreben zutage tritt, die Wand als »freien Gewähr, daß unsre Raumgestaltung den durch
Horizont der Möbelwelt« zu behandeln. . Aus- Überlieferung befestigten Boden nicht so bald
gestellt sind noch eine Reihe weiterer Räume, unter den Füßen verlieren wird, auch wenn neue
diejenigen von Bruno Paul, Behrens u. a., waren bei Entwicklungs-Elemente sich noch stürmischer als
Niederschrift dieser Bemerkungen noch nicht fertig, bisher herandrängen sollten.....Wilhelm michel.
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