Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 7.1909

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HOKUSAI, FASAN (I760—1849)

VON JAPANISCHER MALEREI

VON

OTTO KÜMMEL

& or einigen Jahren Hess Ernst Grosse, der wohl
W$. von uns Europäern allen am tiefsten in den
Geist der ostasiatischen Kunst eingedrungen
ist,in einem Aufsatze der Zeitschrift „Museumskunde"
die chinesischen und japanischen Bestände unserer
Museen Revue passieren. Mancher harmlose Leser mag
damals diesen kritischen Überblick für höchst über-
flüssig gehalten haben; hatten wir alle doch oft
genug von den Schiffsladungen kostbarer Kunst-
werke gehört, die aus Ostasien nach Amerika und
Europa geschwommen sein sollten, und, halb be-

Gelegentlich der wichtigen Ausstellung im Berliner Museum
für Völkerkunde, die einen Teil der im Auftrage Wilhelm Dodes
organisierten Sammlung klassischer Ostasiatenkunst zeigt.

P. Red,

dauernd, halb freudig bei Chamberlain gelesen, dass
das arme Japan heute „denuded of old curios" sei—
zum Vorteile der amerikanischen und europäischen
Sammlungen natürlich. Umso mehr musste das Re-
sultat überraschen, zu dem Grosse kam, dass nämlich
„sehr Vieles, ja eigentlich noch das Meiste zu tun sei,
um unsere öffentlichen Sammlungen für ostasiatische
Kunst soweit auszubauen, dass sie den ersten An-
forderungen der Wissenschaft genügen". Kein Ein-
sichtiger aber konnte damals zweifeln, dass Grosse
vollkommen Recht hatte. Von den wahrhaft grossen
Leistungen der ostasiatischen Kunst, vor allem von
der Malerei und Plastik, hatten wir bis vor wenigen
Jahren keine bessere Vorstellung, als die uns die
unvergessliche Ausstellung der japanischen Regie-

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