Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 7.1909

Page: 499
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kk1909/0513
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile


iiltl I1'"

ciüitiin^ll'rtmiiiiaiw

i|l|!i|

....."......5 '

■ v >

c:

Wnttfililiii'iyiiraii

ip »iSKf')j"''3lB

Der Kriegsminister setzt seine Büros in eine unerhörte Tätigkeit.

RUDOLPH TÖPFFER

VON

;, BILDNIS DER CLAIKON

>be für den Stil de LiTod
n Sinne genommen, fe
s Malers Verzenobre;' ::

und Farbe eine der feinsten;

uns die Kunst geschenkt:,
kcn muss, davon mh
g machen, wenn"««
frbe vom tiefen Rot fc*

dcs Pelzwerkes ^

wird.

ERNST SCHUR

R

Wie man sich beifällig den Anordnungen der Dame
vom Hause unterzieht.

udolph TöpfFer ist ein in Vergessenheit geratener Künstler,
zu dessen Wiederentdeckung der Zufall führte. In einer
Bibliothek fand sich ein alter Band mit Zeichnungen, deren
komische Darstellungen, verbunden mit witzigem Text, be-
lustigten. Den tiefer Dringenden frappierte auf den ersten Blick
die Kunst, womit hier ein Abbild des Lebens eingefangen war.
Das Geistvolle dieser Karikaturen fesselte. Ganz modern mute-
ten diese Bilder an; weiteres Nachforschen aber ergab, dass
fast hundert Jahre seit ihrer Entstehung verflossen sind.

Es ist zuviel gesagt, wenn man von Wiederentdeckung
spricht. Denn eigentlich ist Rudolphe TöpfFer für die Kunst
überhaupt noch nicht entdeckt. Als Schriftsteller kennt man
ihn. Sein Werk, speziell die „Genfer Novellen", die vor etwa
sechzig Jahren Zschokke in Deutschland einführte, werden
noch jetzt als SchullehrstorF gern benutzt. Jeder Oberlehrer
weiss, wer Rudolf TöpfFer ist. Aber Niemand wird wissen,
dass er ein Künstler war.

Man begreift gar nicht, dass der Schriftsteller so ganz den
Künstler im Ansehen verdrängen konnte. Uns geht es umge-
kehrt. Es kommt wohl auf das beherrschende Signum der
Zeit an. Früher war es die Literatur, jetzt ist es die Kunst. Viel-

4S>9
loading ...