Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 7.1909

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KARL FR.

SCHINKEL, THEATERDEKORATION ZUR ,,ZAUBERFI.ÖTE"

THEATERDEKORAT ION

EIN GESPRACH

VON

EFRAIM FRISCH

, a er Schriftsteller: Halten wir fest, worin die
M.,^S) eigentliche Kunstleistung des Theaters besteht,
so ergiebt sich die Paradoxie: dass es im dreidimen-
sionalen Raum, mit dem leibhaften, wirklichen
Menschen und seiner Umgebung als Mittel, die Wir-
kung des Scheins üben, mit Elementen der Wirklich-
keit eine Abbreviatur davon, ihr Symbol geben soll.
Was thut nun das Theater zuerst, um die Zufällig-
keit, dass es sich um einen Vorgang der Wirklich-
keit handelt, auszuschalten: Es setzt den neutralen

Menschen hinein: den Schauspieler. Damit will es
sagen: was dieser Mensch wirklich ist, was er sonst
erlebt und empfindet, seine ganze private Mensch-
lichkeit, geht uns und euch nichts an; er ist nichts,
als was er darstellt. Dieser Prozess der Umwandlung,
der sich vor unseren Augen vollzieht, ist der Grund
für seine illusionäre Wirkung. Weil wir das stets
wache Wissen in uns haben, dass es eben nur Herr
X. ist und kein König, dies bewirkt in uns die
Ausschaltung des auf die pure Sachlichkeit des

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