Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 7.1909

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ADOLF MENZEL

DIE SAMMLUNG DORGERLOH

VON

GUSTAV PAULI

ls Jüngling schon hat Menzel
eine Berühmtheit erworben,
Ideren er sich jahrzehntelang
im wahren Sinne des Wortes
erfreuen konnte. Man darf sie
freilich nicht überschätzen,
diese frühere Berühmtheit Menzels; sie war disku-
tabel, keineswegs mit allgemeiner Beliebtheit oder
ehrfurchtgebietendem Ansehen zu verwechseln, aber
immerhin war sie etwa in dem Grade vorhanden
wie heutzutage die Berühmtheit eines Artur Kampf
oder Kallmorgen und konnte als reine Annehm-
lichkeit empfunden werden. Der Träger einer sol-

chen massigen Berühmtheit wird überall mit Achtung
begrüsst und findet manche Wege geebnet, a-uf
denen der Fuss des Namenlosen über verdriessliche
kleine Hindernisse stolpert.

Jener andere Ruhm, der Weltruhm, der
Unsterblichkeit bedeutet, ist erst spät zu Menzel
gekommen; doch traf er den Lebenszähen noch in
rüstigem Alter und umwob das Haupt des Greises
noch für lange Jahre mit seiner Strahlenglorie.

Ich denke es mir nicht als ein begehrens-
wertes Los, bei Lebzeiten so berühmt zu werden.
Man wandelt, ob man es will oder nicht, beständig
in der Tageshelle des eignen Namens; selbst ein

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