Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 11.1913

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UNSTAUSSTELLUNGEN

HANNOVER
Das Kestner-Museum hat am
i 2. Januar in drei Räumen des Kunst-
vereins eine Sonderausstellung der im
i Jahre 1912 erworbenen Gemälde
moderner Meister eröffnet. Zunächst ist anerkennend
auf die Tendenz der Sammeltätigkeit selbst hinzuweisen.
Wir begegnen der zielbewußten Absicht, die dar-
gebotenen Mittel zur Gründung eines vorbildlichen
Ganzen zu nützen. Abgesehen von einer verhältnis-
mässig kleinen Gruppe von Bildern verschiedener

noch das: „Waldinnere mit Holzstapel" von 1881. Aus
den achtziger Jahren, die durch des Künstlers Auf-
enthalt in Paris und sein erneutes, bewunderndes
Studium der Franzosen von so grosser Bedeutung
für des Künstlers Schaffen wurden, sind gleichfalls
eine stattliche Zahl charakteristischer Werke zu nennen:
„Bauernhaus am Hintersee" von 1882, „Wildenten"
r 885, „Stilleben mit Poreebündel" 1885, „Blumentöpfe"
1886, „Korb mit Äpfeln" 1887, „Wassermühle am
Doubs" 1887.

Mit Recht ist neben den Erwerbungen von Bildern

Schulen erweist sich das Ganze der Erwerbungen Schuchs der grösste Wert auf die Arbeiten K. Fr.

als eine bewusste Bevorzugung der Werke des Leibl- Hagemeisters, des langjährigen Freundes Schuchs, ge-

kreises. legt worden. Wir begegnen als frühster Arbeit dem

Es soll mit dieser Betonung der Hauptseite der Aus- „Motiv aus der Campagna" 1 867, dem „Walddickicht"

.Stellung aber nichts gegen die daneben hergehende Bilder- von 1879. Ferner den „Kühen am Weiher" 1880,

gruppe gesagt sein. Ihr gehören, z. B. an: Hans Berger: „Weisser Mohn" 1881, „Toter Damhirsch" 1882, „Er-

„Männlicher Halbakt", F. Hodler: „Studienkopf", „Ein- legter Eber" 1884, „Sonnige Waldlichtung" 1886,

geschlafenerJüngling". J. Israels: „Selbstbildnis"; Fr. v. „Meeresbrandung" 1909.

Lenbach: „Bäuerin mit Kind", „Bildnis des Architekten
Gedon", „Bildnis des Fürsten Bismarck", M. Slevogt:
„Ansicht von Frankfurt a. M.", K. Spitzweg: „Straßen-
musikanten", „Landschaft mit badenden Frauen" usw.

Diesen beiden am stärksten vertretenen Künstlern
des Leiblkreises reihen sich einige Werke der der glei-
chen Gruppe angehörenden Künstler sinngemäß an.
Wir finden Th. Alt vertreten mit der „Siebenschläferin"

An die Spitze der Bilder, die der Ausstellung ihr und mit dem herrlichen, für sich selbst sprechenden
Gepräge geben, ist wohl das „Bildnis seines Vaters"; Jo-

„Bauernmädchen" von W. ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^m hann Sperl mit der „Frän-
Leibl zu stellen, ein 1881 kischen Bauernstube", dem

in Aibling entstandenes Ge- H „Haus in Rosen" und W.

mälde. Den breitesten Raum Trübner mit den die Klaue

nehmen die Werke Carl des Löwen verratenden Früh-

Schuchs ein. Aus seiner werken: „Spanischer Bauer",

1870 und „Mädchenbildnis"
um 1880.

V. C. Habicht.

seiner
frühsten Zeit, in der der
Künstler kaum über das ihm
von seinem Wiener Lehrer
Halauska Vermittelte hinaus-
tritt, stammt das kleine Bild:
„Landschaft mit Brücken-
ruine". Ausgezeichnet ver-
treten sind dann die Werke
der siebziger Jahre. Es sind:
das „Kloster im Grünen"
1874, „Ansicht von Ole-
vano" 1875, „Straßenwinkel
in Olevano" 1875, „Haus-
winkel in Olevano" 1875,
„Eselsstudie" 1875, „Bildnis
Karl Hagemeisters" 1876,
„Stilleben mit Zinnkrug und
Äpfeln" 1877, „Hof von
St. Gregorio-Abbazia" 1877,
„Stilleben Trödelbude" 1877,
„Landschaft bei Ferch 1878.
Zu dieser Periode kommt

ANSELM FEUERBACH, AKT
AUSGESTELLT BEI FKITZ GUKUTT, BERLIN

MÜNCHEN
Gegen die Verwaltung
und Leitung der Münchener
graphischen Sammlung hat
deren vormaliger Konser-
vator Dr. Otto Weigmann
eine energische Broschüre
unter dem Titel „Ein Kapitel
kgl. bayrischer Kunstpflege"
verfasst. Die kleine Schrift
richtet sich zunächst gegen
Maassnahmen der Katalogi-
sierung und unterzieht an-
schliessend das Verhältnis
der Leitung zu einem im
lebendigen Sinn nötigen Aus-
bau der nach Weigmanns An-
sicht in der letzten Zeit stark





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