Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 17.1882

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17. Iahrgany.
Beiträgc

Lützow (Wien, There-
sianumgasse 25) oder an
die vcrlagshandlung in

15. Iuni

!lr. 35.
Inserate

ü 25 s)f. für die drei
Mal gespaltene j^etit-
zeile werden von jeder

1882.

Beiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.


Vsterreichischer Aunstoerein; Museuni für Aunstindustrie in ssaris. — Zum Brande der hygieinischen Ausstellung; Von der weimarer
2Lunstschule. — versteigerung der Ioh. jDaul'schen Sammlung; Amsler 6c Ruthardts letzte Runstauftion. — Neue Bücher und Zeit-
schriften. — Inserate.

Aus deu Haager Archiven.
von A. Bredins.

I.

Vor Kurzem machte mein verehrter Freund vr.
Fr. Schlie in der „Zeitschrift" einige Mitteilnngen
über verschiedeneinteressanteBilderderreichenSchweriner
Galcrie. Zufälligerweise fand ich gerade über niehrere
in jenen Aufsätzen erwähnte Meister neue Dokumente
in den Haager Archiven, die ich seit einem Jahre durch-
suche. Das Endresultat dieser Forschungen hoffe ich
später in einem Bändchen den kunsthistorischen Publika-
tionen von van der Willigen und Muller hinzu-
fügen zn können. Einstweilen übergcbe ich deu deutschen
Freunden holländischer Kuust hier einige meiner Funde.

vr. Schlie beschreibt (Zeitschrift f. bild. Kunst,
1882, S. 128) einige Bilder des Landschaftmalers
Johannes Schoeff.

Schon im siebenten Bande dieser Zeitschrift lenkte
Bode die Aufmerksamkeit auf diesen tüchtigcn Maler,
dessen Werke den Einfluß des P. Molyn und van
Goyen verraten; er bezeichnete seine Bilder meistens,
wie-das von Schlie gegebene Facsimile es zeigt. Jn
den Heirats- und Taufakten wird er gelegentlich
Schouss, Schooff, Schuyff oder auch nur mit
einem f geschrieben. Auf einer hübscheu größeren
Landschaft iu meinem Besitz liest man:

ll. Keüostk
1641.

Nach diesem jetzt ganz braun gewordenen Bilde
zu urteilen, scheint er sich des leidigen Haarlemer
Blau's bedient zu haben.

Wie mir wahrscheinlich vorkommt, stammt der
Meister aus Antwerpen. Jn den Liggeren, (I,
S. 584), sinden wir den „leerjongen" Johannes
Schoof 1624 aufgeführt. — Der Name Schooff
kommt häufig in den „Liggeren" vor.

Das Erste, was ich von ihm im Haag entdeckte, ist
eine Notiz, laut welcher seine erste Heirat im Jahre 1639
stattsand. Am 2. Oktober zeigten Johannes Schuyff
„jongman", und Cornelia Melaenen, „jonge-
dochter", beide ansässig im Haag, auf dem dortigen
Rathause an, daß sie in den Ehestand treten wollten.
Daß dieses wohl kurz nachher geschah (meistens zwei
bis drei Wochen nach der „Aanteekening") steht fest.
Am 5. Dezembcr 1640 wurde das erste Kind, Maria,
in der Großen Kirche im Haag getauft. (Hier
wird der Name Schouff geschrieben.) Am 12. März
1642 folgte Pieter, gleichfalls in der Großen Kirche.
Am 25. August 1645 ließ der Meister in der Kloster-
kirche sein drittes Kind taufen, dessen Name nicht
ausgefüllt ist; Zeugen waren der Maler Gerard
Jacobsz DycknianS und Hans Pietersz de Hont,
Bruder des von v. d. Willigen (S. 180) genannten
Malers de Hont. Das vierte Kind, Johanna Maria,
wurde am 22. Juli 1646 in der Großen Kirche ge-
tauft. Das fünfte, Johannes, am 22. September 1647
daselbst. (Zeuge war Claes Dircxsz Balckenende,
der spätere Schwiegervater des großen Potter.)
Das sechste, Sara, am 29. Oktober 1648, gleichfalls
in der Großen Kirche. Da starb die Mutter. Aber
schon am 19. September 1649 erklärt Johannes
Schouff, Witwer, daß er mit Anna Mailljaers,
„jongedochter van Antwerpen" in den Ehebund treten
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