Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 17.1882

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1?. Iahrgang.
Beiträge

die verlcigshandlung in
Leipzig, Gartenstr. 6,
zu richten.

8. December

Nr. 8.

Jnserate

5 25 Pf. für die drei
Mal gespaltene ssetit-
zeile werden von jeder
Buch- u.Runsthandlung
angenommen.

s88s.

Veiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.


Inhalt: vom Lhristmarkt. — Geschichte der Malerei von A. Moltmann und R. Wörmann. — w. Ungers Aupferstich „Friedrich der Große
in der ^chloßkirche zu Lharlottenburg^ ; Äeligiöse Bilder großer Meifter; Lin neuer Stich von Raffaels „Madonna della Sedia^. —
Bendemann. — Fachschule für Reraniik in München. — Staatsgalerie in ^tuttgart. — Münchener religiöse Aunst; Lntwurf zu einem
vorhang für das Hamburger Stadttheater. — Amsterdamer Aunstauktion. — Neuigkeiten des Buch- und Aunsthandels. — Zeitschriften.
— ^nserate.

i.

Dürstiger als seit langer Zeit scheint in diesem
Jahre dieChristbescherung des Buchhandels auszufallen,
Wenigstcns soweit es sich um Prachtwerke mit künst-
lerischer Ausstattung handelt. Man könnte angesichts
dieses „halben Herbstes", um den beliebten volkswirt-
schastlichen Ausdruck zu gebrauchen. auf den Gedanken
kommen. daß das Publikum allgemach überfüttert sei
mit der in Buch- und Albumform sich darbieten-
den Kunst, daß also der Rückgang der Kauflust die
Produzenten zur Einschränkung ihrer Unternehmungs-
lust genötigt hätte. Mag' sein; vielleicht spricht aber
noch ein anderer Grnnd deutlicher zur Sache. Die
allgemein giltigen Stoffe, an denen die Künstler ihren
Witz nnd ihr Talent am ehesten mit Anssicht anf Er-
folg erproben könnten, sind schon zu oft und in dcn

verschiedensten Formen ausgenutzt, sie sind zu abge-
braucht, um damit noch einmal die Geduld der Menge
auf die Probe stellen zu dürfen. Das landschaftlich-
ethnographische Prachtwerk hat so ziemlich alle Teile
Europa's, für welche der reiselustige Deutsche schwärmt.
nach denen cr mit seinen Wünschen, seiner Hoffnung
und Erinnerung ausblickt, sich zu eigen gemacht; nur
noch einige Brocken der reichen Mahlzeit sind übrig
geblieben, und es fragt sich, ob es der Mühe lohnt,
sie aufzulesen und zu sammeln. Wie die reale Welt
einerseits, so ist auch andererseits das Reich der Poesie
nach allen Richtungen durchstreift nnd abgesucht, wenig-
stens anf den breiten, von jedermann begangenen
Pfaden; auf den schmalcn, engen, im Gestrüpp ver-
wachsenen Seitenwegen kann dem Künstler ohnehin
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