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Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 28.1930

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https://doi.org/10.11588/diglit.7609#0388

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VERKÜNDIGUNG MARIÄ. FÄLSCHUNG

ABB. 2

ROGIER VAN DER WEYDEN, VER-
KÜNDIGUNG (AUSSCHNITT)

PARIS, LOUVRE. ABB. 3

NACHFOLGER DES ROGIER VAN DER
WEYDEN, CHRISTUS ERSCHEINT
MARIA (AUSSCHNITT). ABB.4

FÄLSCHUNGEN ALTER BILDER

BEMERKUNGEN ZU EINIGEN IN ZEITSCHRIFTEN UND BÜCHERN ALS ECHT VERÖFFENTLICHTEN

NIEDERLÄNDISCHEN GEMÄLDEN

VON

FRIEDRICH WINKLER

~r\as Thema Fälschungen ist aktuell. Die rapide
Entwicklung, die der Berliner Kunsthandel
in den letzten zehn Jahren zu verzeichnen hat, führt
naturgemäß dazu, daß die ihm durch Fälschungen
drohenden Gefahren mit gesteigerter Unruhe be-
trachtet werden, zumal da sich gefälschte Bilder
in der Nachkriegszeit offenbar stark vermehrt ha-
ben. Man weiß nicht recht, ob man darüber sprechen
oder schweigen soll. Diejenigen jedenfalls, die, so-
viel mir bekannt ist, entscheidend dazu beigetragen
haben, die Fälle Dossena und Wacker aufzuklären,
haben es vorgezogen, nicht zu schreiben, sondern

zu handeln — wenn diese heute beliebt werdende
Unterscheidung einmal gemacht werden darf. Sie
haben mit Recht geschwiegen, denn die Darlegung
der Verdachtsgründe in der breiten Öffentlichkeit
hinderte in der Regel die Aufklärung eher, als daß
sie sie förderte, im Gegensatz zu anderen krimi-
nellen Vorfällen, wiewohl auch hier oft nur ein
Erfolg erzielt werden kann, wenn man sich nicht
in die Karten gucken läßt. Was dann über die
Fälschungen gedruckt zu lesen ist — diese Fest-
stellung muß immer wieder gemacht werden —,
ist so gut wie ausnahmslos Autosuggestion der Ver-

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