Bund Deutscher Kunsterzieher [Editor]
Kunst und Jugend — N.F. 18.1938

Page: 194
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bilder von Hedi Scherer sind gut, besonders was die Far-
ben angeht, und die trachtenkundlichen Bemerkungen Ioses
Ringlers sind sachlich und klar; perkonig aber ist es ge-
lungen, besonders tief in die seelischen Bezirke vorzudrin-
gen und uns so ein Buch ;u schenken, das uns nicht nur cine
Runde von Brauch und Tracht in lvesterreich gibt, son-
dern daruber hinaus sichtbar werden läßt, von wie ent-
scheidender Bedeutung sie fur dic Erhaltung des Volks-
tuins sind. Bö.

Leben und werk der Meister. Rleine Musikbio-
graphien. Verlag Breitkopf u. Härtel. Die Bände haben
so bis 100 Seiten Text, viele Abbildungen und vloten-
beispiele, Faksimile-Beilagen, Ahnentaseln usw. Papp-
umschlag mehrfarbig. preis je Dand i RM.

1. Richard pfohl: Richard wagner. Leben
u n d w e r k.

Bei diesem wie bei allen anhercn Bänden der Samm-
lung ist es die Absicht der Verfaffer, in großen Zügen Ubcr
Leben und werk der ersten Musiker unseres Volkes den-
jenigen orientieren ;u wollen, für den ein umfaffendes Stu-
dium aus den verschiedensten Gründen nicht in Frage
kommt. So hören wir hier vom wachsen und werden
des Meisters, dem im Dritten Reich unter dcn führenden
Musikkünstlern eine Sonderstellung zugebilligt worden ist.
Auf knapp 40 Seiten wird sodann ein Abriß seines ebcn-
so großen wie reichen werkes in einer Form gegeben, die
crkennen läßt, wie gewaltig der Guell war, aus dem
unserm volke hier Rulturgut von unschätzbarem wert ;u-
floß.

r. walther Vetter: Bach, Iohann Seba-
s t i a n.

Der Verfaffer gibt Leben und werk des Rünstlers in
inniger Verbundenheit und stellt beides hinein in das
große Geschehen der Zeit. Die weite Sicht, aus der dieses
Buch geschrieben wurde, die schlichte Rlarheit der Dar-
stellung und die schöne und packende Sprache sind die be-
sonderen Vorzüge dieses Bandes.'

?. 2llfred Baresel: Ioseph Haydn.

Der Romponist des Deutschlandliedes erfährt hier im
kleinen Raum eine gerechte würdigung. Aus „schlechter
Bauernhütte" gekommen, von den wirtschaftlichen Nöten
des Lebens reichlich geplagt, mit d?m Volke immer in eng-
ster Verbundenheit bleibend, unermüdlich schaffend bis ;u
seinem Tode, das ist das Bild, das der bekannte Runst-
schriftsteller und zugleich Runstpädagoge Baresel von dem
liebenswürdigen Meister cntrollt.

4. Alfred Baresel: Guiseppe Verdi.

was von Baresels Haydn-Buch gesagt wurde, das gilt
auch hier. Unserm Volke ist Verdi immer der vcrtrautestc
italienische Gpernkomponist gewesen und geblieben. Das
Studium des Duches vermittelt ein gutes, geschloffenes
Bild von dcr überragcnden persönlichkeit dieses Meisters
und läßt seine kaum zu überschätzcnde Bedeutung für die
Gper Ataliens ahnen.

5. Richard petzoldt: Ludwig van Bcet-
h 0 v e n.

Der Leser wird im ersten Teil des Buches ohne wcit-
schweifigkeit mit Herkunft und Leben des Meisters vcr-
traut gcmacht. Der zweite umfaffendcre Teil beschäftigt
sich sodann mit dcm wcrke selbst. Es werden sachliche
Grundlagcn für die Bcurtcilung gcgeben, hier und da auch
zcitgenössische Urteile eingcfügt; aber cs wird stcts in
fcinfühligcr weise vermicden, dem cignen Urtcil vorzu-
grcifen, was besondcrs begrüßt werdcn muß. R. B.

Socnncckcn-Schrifthcfte. Vcrlag F. Soenneckcn,
Bonn, je 10 Seiten, prcis kart. jc 50 pfg. Erschicncn

sind: 1. Gotisch. r. Fraktur. ;. Latein. 4. Block. 5. Rund-
schrist.

Das Bestreben des Unterrichts in der Runstschrift geht
heute dahin, zuerst die Handschrift ;u pflegen und so ;u
kultivieren, daß sie bei gegebenen Gelegenheiten auch als
Schmuckschrift verwendet werden kann. Sodann muß es
Ziel der Runsterziehung sein, einige wenige Schriften, die
in der Form klar, streng und bestimmt sind, ;u schreibcn.
Damit ist dem Hineintragen von allen möglichen und un-
möglichen Mischalphabeten in die Schule auch von Seiten
des Ministeriums Einhalt geboten und dem Runsterzieher
aufgegeben, sich zuerst an gesicherte Guellschriften ;u
halten.

Bci dem Bemühen, dem Unterricht nur durchaus
cinwandfreie Schriften zugrunde ;u legen, werden dem Ec-
zieher die vorliegenden Hefte des Soenneckcn-Verlages, die
prof. Hans Schreiber, der Leiter der graphischen Abtei-
lung an der Meisterschule des deutschen Handwerks in
Wuppertal-Barmen, gestaltete, wertvolle Dienste leistrn.
Bei dem kleinen Alphabet des „Gotisch" fällt die Form
dcs „s" als etwas bcfremdend auf, und es muß gefragt wer-
dcn, ob die Form, die auf dem Umschlag beim worte
„Gotisch" angewandt wurde, nicht beffer am platzc gewesen
wäre.

Die Schriften sind vorbildlich geschrieben und die Hefte
gut aufgemacht. Auf der r. und ;. Umschlagseite werden
dazu noch kurze technische Hinweise und Aufschlüffe über
die Schrist selbst gegeben, die ebensowohl wegen ihrer
Rlarheit als äuch Rürze ;u begrüßen sind. R. D.

Richard Suchenwirth: Das Buch von der
Deutschen Gstmark. Verlag von Georg Dollhei-
mer, Leipzig. Mit ;r Runstdrucktafeln und einer farbi-
gen Bildkarte, rox Seiten. preis r.So RM.

Richard Suchenwirth, der Verfaffer der „Deutschen Ge-
schichte", die bereits in 400000 Exemplaren vorliegt, und
der Schöpfer einer Reihe weiterer werke, die ohne Aus-
nahme von dem gewaltigen Umbruch künden, der heute im
geschichtlichen Denken unseres Volkes sich vollzieht, legt
uns heute „Das Buch von der deutschen Gstmark" auf den
BUchertisch. Schon 19;;, als der Verfaffer in cinec groß
angelegten Rede vor deutschen Erziehern die Gedanken
entwickelte, die er dann in seinem Buch „Vom Ersten zum
Dritten Reich" zusammenfaßte, ließ er keinen Zweifel dar-
Uber, daß die Stunde nahe sei, in der das östcrreichische
Volk heimkehre ;um Reich. Nun dieser wunsch durch
die Großtat des Führers im Mär; dieses Aahrcs wirk-
lichkeit wurde, gibt uns der Verfaffer ein Buch in die
Hand, das jeder Deutsche aus dem Altreich lesen sollte.

„Adler, Tiroler Adler, warum bist Du so rot?" lautct
die Ueberschrift eines Rapitels, und wir hören von dcr
Entstehung Tirols, von der Volkserhebung im Gahre 170;,
vom Heldenkampfe Andreas Hofers, vom wcltkriege usw.
Und wir hören auf mchr als roo Seitcn von den Bergen,
Tälern, Seen und Städten Gcsterreichs, von dcr Hcer-
straße der Plibclungen, von alten Liedern und Bräuchen,
von den werten seiner Rultur, und von den entscheidcnden
phasen des Schicksalskampfes um Großdeutschland.

Das aber ist das besondere Rcnnzeichen allcr wcrkc
Suchenwcrths: die lebendige, packcnde und anschauliche
Sprache, die es dcm Leser schwer macht, das Buch aus der
Hand zu legen, ehe noch die letzte Scite crreicht wurdc.
wer Gesterreichs Volk und Land licbt und ticfcrc Ein-
sicht wünscht, der grcife ;um Buch von dcr deutschcn Gst-
mark. R. B.

Gcrhard Raab: Dcr Befreier. 504 Seitcn. An
Lcinen gebunden preis d.So RM. Vcrlag v. Hase u.
Rochler, Lcipzig.

Der Gcdanke, daß sich hintcr dem Heldcn dcr Sicgfried-
sagc Arminius vcrberge, ist von dcn vcrschicdcnsten For-
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